Mehr Stellenabbau befürchtet
Inland bereitet Maschinenbauern Sorgen

Das Inlandsgeschäft bereitet den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern Sorgen. Seit Monaten geht es mit den Bestellungen kontinuierlich und stärker als erwartet bergab. Im Juli 2002 gab es im Jahresvergleich ein Minus von acht Prozent, teilte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt mit.

HB FRANKFURT/MAIN. Aus dem Ausland gab es dagegen sechs Prozent mehr Orders. Das reichte insgesamt für einen Zuwachs von einem Prozent beim Auftragseingang. "Da wir uns in einer Seitwärtsbewegung befinden, ist ein verschärfter Personalabbau und deutlich mehr Kurzarbeit als bislang zu befürchten", sagte VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann.

Bis Ende des Jahres werde sich die Zahl der Beschäftigten auf 880 000 reduzieren - dies wären 21 000 Stellen weniger als Ende 2001. Im Juni waren es noch 889 000. Anfang des Jahres war der Verband noch davon ausgegangen, die Zahl der Arbeitsplätze in etwa stabil halten zu können. Die Zahl der Kurzarbeiter verdoppelte sich im Juli auf 20 000.

"Der Rückgang der Inlandsbestellungen fällt seit Monaten stärker aus, als es aus konjunktureller Sicht sein müsste", erklärte Wortmann. Für den Zeitraum Januar bis Juli sei er mit zwölf Prozent doppelt so stark ausgefallen wie erwartet. "Und die Kluft zur Auslandsnachfrage - hier gab es nur ein Minus von einem Prozent - ist schlichtweg zu groß." Das schwache Inlandsgeschäft sei eine Folge von ausbleibenden Strukturreformen, insbesondere beim Arbeitsmarkt.

Allerdings gibt es bei den inländischen Bestellungen seit Mai im Vormonatsvergleich eine leichte Aufwärtstendenz. "Damit könnte möglicherweise eine Bodenbildung beim Abwärtstrend erreicht sein", kommentierte Wortmann vorsichtig. Von Mai bis Juli legte die Inlandsnachfrage preisbereinigt um zwölf Prozent zu.



Eine Trendwende erwartet der Verband aber noch nicht. "Der Krebsgang der Maschinenorders setzt sich offenbar fort", betonte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. In dem von kurzfristigen Schwankungen weniger beeinflussten Dreimonatsvergleich Mai bis Juli betrug der Auftragsrückgang binnen Jahresfrist drei Prozent. Dabei fielen die inländischen Bestellungen acht Prozent zurück, die Auslandsnachfrage stagnierte.

"Auch in den nächsten Monaten ist kein Höhenflug zu erwarten, sondern nur moderates Wachstum", sagte Wortmann. Allerdings sei dieser Aufwärtstrend gefährdet, wenn sich die Aktientalfahrt verfestige. Dies wäre eine Belastung für nötige Investitionen.

Vor einem Monat hatte der VDMA seine bisherige Prognose für die Jahresproduktion nach unten korrigiert. Statt eines Rückgangs von zwei Prozent erwartet der Branchenverband ein Minus von vier Prozent. Im ersten Halbjahr betrug der Rückgang 5,7 %. "Allerdings ist die Zahl zu relativieren, da wir vor einem Jahr in diesem Zeitraum ein sehr hohes Niveau hatten, als wir die guten Auftragseingänge aus dem Jahr 2000 abgearbeitet haben", erläuterte Wortmann.

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