Mehr Teilnehmer als erwartet
Verdi macht gegen längere Ladenöffnung mobil

Rund 20 000 Gewerkschafter aus ganz Deutschland haben am Sonntag in Berlin gegen die geplante Reform der Ladenschluss-Zeiten demonstriert. Mit dem Protestzug wandte sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gegen die Pläne der Bundesregierung, wonach Geschäfte künftig auch am Samstag bis 20 Uhr öffnen dürfen.

HB/dpa BERLIN. Verdi-Chef Frank Bsirske warnte die Politik davor, die Interessen großer Handelskonzerne über die Interessen der Beschäftigten zu stellen. Anderenfalls dürfe sie sich nicht über Politikverdrossenheit und einen Verlust an Glaubwürdigkeit wundern.

Mit 20 000 Demonstranten war der Protest der Gewerkschafter machtvoller ausgefallen als erwartet. Ursprünglich hatten die Veranstalter lediglich mit 15 000 Teilnehmern gerechnet. Der große Zuspruch sei ein "klares Zeichen" für die große Empörung, die die Bundesregierung mit ihren Ladenschluss-Plänen hervorgerufen hat, sagte Bsirske bei der Abschlusskundgebung. Längere Öffnungszeiten brächten nicht mehr Arbeitsplätze, führten aber zu einem Ladensterben in den ländlichen Regionen.

Gegen die längere Ladenöffnung demonstrierten am Samstag auch in Nürnberg rund 300 Verkäuferinnen und Verkäufer. Unter dem Motto "Wochen-ohne-Ende - Schluss jetzt!" gingen sie auf die Straße und protestierten: "Öffnungszeiten bis um Acht, na dann Gute Nacht".

Nach den Plänen der Bundesregierung soll der Einzelhandel künftig bundesweit einheitlich an allen Werktagen von 6 Uhr bis 20 Uhr öffnen können, also auch an Samstagen. In Kraft treten könnte die Neuregelung am 1. Juni.

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