Mehr Transparenz für Anleger
Verhaltenskodex zielt auf mehr Aktionärsrechte

Mit einem neuen Verhaltenskodex für Unternehmensführung will die Bundesregierung den Standort Deutschland für Investoren attraktiver und börsennotierte Konzerne für Anleger transparenter machen.

dpa BERLIN. Der Kodex mit 50 Verhaltensempfehlungen wurde am Dienstag in Berlin vom Vorsitzenden der Regierungskommission, Gerhard Cromme, an Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) übergeben. Sie hatte die Kommission mit hochrangigen Vertretern aus der Wirtschaft im September letzten Jahres eingesetzt.

Nach dem Kodex "aus der Wirtschaft für die Wirtschaft", wie Cromme es ausdrückte, sollen Aktionäre unter anderem bei feindlichen Übernahmen öfter befragt und Aufsichtsratsmandate für Vorstände begrenzt werden. Die Einkommen der Topmanager sollen im Konzernabschluss der Aktiengesellschaften pro Vorstandsmitglied offen gelegt werden. Bislang wurden die Bezüge lediglich in einer Gesamtsumme genannt. Abschlussprüfer sollen offen legen, ob sie Beratungsverträge oder ähnliche Vereinbarungen mit der Gesellschaft haben.

Däubler-Gmelin sagte, die Selbstverpflichtung der Wirtschaft schaffe Vertrauen und beuge zugleich Unternehmenskrisen wie jüngst in den Vereinigten Staaten vor. Die klaren Regeln für Vorstände und Aufsichtsräte erhöhten die Transparenz für Anleger und verbesserten der Zugang zu internationalen Finanzmärkten. Dort solle damit auch das deutsche System, das gut sei und sich bewährt habe, besser verständlich gemacht werden. Die Ministerin wies darauf hin, dass sie vor wenigen Wochen flankierend das Transparenz- und Publizitätsgesetz auf den Weg gebracht habe, das noch vor der Wahl verabschiedet werden solle.

Cromme, Aufsichtsratsvorsitzender der Thyssen-Krupp AG, sagte, der Kodex stelle in einem Guss vielfältige Gesetze und Verordnungen zusammen und gebe zudem Empfehlungen und Anregungen, wie auf dieser Basis internationale Gepflogenheiten guter Unternehmensführungen eingehalten werden können. Die Zukunft werde zeigen, wie viele Gesellschaften den Kodex vorbehaltlos akzeptieren "und wie viele der Auffassung sind, dass der Kodex wegen der einen oder anderen Einzelregelung nicht zu den individuellen Bedürfnissen ihres Unternehmens passt". Die Kommission werde die Entwicklung verfolgen und mindestens einmal jährlich prüfen, ob der Kodex angepasst werden sollte.

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