Mehr Umsatz aber weniger Gewinn
Krones stemmt sich gegen Konjunkturflaute

Der weltweit größte Hersteller von Getränke-Abfüllanlagen Krones hat im ersten Quartal 2003 bei einem Umsatzplus weniger verdient, ist für das Gesamtjahr aber weiter optimistisch.

Reuters MÜNCHEN. "Wir können jetzt schon sagen, dass das erste Halbjahr besser wird als das erste Halbjahr 2002", sagte Finanzvorstand Hans-Jürgen Thaus am Mittwoch. Für das gesamte Jahr prognostizierte er ein Gewinnwachstum zwischen sechs und neun Prozent. Er glaube daran, dass Krones mindestens 60 (Vorjahr 57,3) Millionen Euro einfahren werde.

Vorstandsvorsitzender Volker Kronseder bekräftigte, die im MDax notierte Firma werde im laufenden Jahr rund 1,4 (1,305) Milliarden Euro umsetzen. Zugleich kündigte er den Abbau von rund 300 Stellen im laufenden Geschäftsjahr an. Die Krones-Aktie gab am Mittwochmittag um 2,8 Prozent auf 48,60 Euro nach.

300 Stellenstreichungen geplant

Der Konzern wolle bis Ende 2003 rund 300 Stellen streichen und die Kosten durch Prozessoptimierungen und Steigerung der Produktivität senken, sagte Kronseder. Entlassungen sollten vermieden werden, in den USA habe man aber 60 Kündigungen ausgesprochen. Alleine bei den so genannten sonstigen betrieblichen Aufwendungen sollten 2003 rund 14 Millionen Euro weniger ausgegeben werden. Über die gesamte Höhe der anvisierten Einsparungen wollten sich die Vorstände nicht äußern.

Gewinn wegen steuerlicher Effekte geringer

Im Auftaktquartal sank der Überschuss auf 15,9 Millionen Euro nach 16,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dies sei vor allem auf steuerliche Gründe zurückzuführen. Hinzu komme, dass der Vorjahreswert außergewöhnlich hoch ausgefallen sei. Für das laufende zweite Quartal kündigte Krones jedoch bereits wieder eine Ergebnisverbesserung an.

Vor Steuern und Zinsen (Ebit) verringerte sich der Gewinn in den ersten drei Monaten 2003 auf 28,3 (Vorjahr: 29,2) Millionen Euro. Der Quartalsumsatz kletterte hingegen auf 367 (345) Millionen Euro. Beim Auftragseingang verbuchte Krones ein Plus von 8,5 Prozent auf 376 Millionen Euro.

Kritik an Dosenpfand

In Zukunft will das Oberpfälzer Unternehmen neben dem Bau von Anlagen für große und mittlere Kunden auch verstärkt mit kleineren und billigeren Lösungen Marktanteile gewinnen. Diese Aufgabe falle hauptsächlich der zu Jahresanfang übernommenen österreichisch-italienischen Tochter Kimes zu, welche so genannte "just enough"-Anlagen herstellt. Zum besseren Verständnis erklärte Kronseder, Sohn des Unternehmensgründers, den Begriff: "Ich übersetze "just enough' immer bayerisch mit 'Langt scho'-Lösungen."

Harsche Kritik übte er an dem von der Bundesregierung zu Jahresbeginn eingeführten Dosenpfand. "Der Verbraucher bezahlt hier die Rechnung für einen Krampf", sagte der Vorstandschef. Seine Kunden seien durch die fehlende bundeseinheitliche Rücknahmeregelung der neuen Pfandverpackungen verunsichert. "Das schadet dem Standort Deutschland."

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