Mehr Umsatz als erwartet
Intershop-Zahlen lassen Kurs explodieren

Das Software-Unternehmen Intershop hat im ersten Quartal 2001 um 19 % weniger umgesetzt als im Vergleich zum Vorjahrezeitraum. Der Umsatzrückgang von 25,0 Mill. Euro auf 20,3 Mill. Euro fliel jedoch geringer aus, als von Analysten prognostiziert.

bue DÜSSELDORF. Wie der Anbieter von Softwareanwendungen für den Handel per Internet am Mittwoch mitteilte, habe die anhaltende Investitionszurückhaltung im IT-Bereich den Markt für Intershop im ersten Quartal weiter stark beeinflusst.

Das im Blue-Ship Index des Neuen Marktes gelistete Unternehmen teilte weiter mit, dass ein Nettoverlust von 34,6 Mill. Euro nach einem Nettogewinn von 1,6 Mill. Euro entstanden sei. Das einstige Vorzeigeunternehmen will jedoch bis zum Jahresende profitabel werden. Vorstandschef Stephan Schambach sagte, die Quartalszahlen entsprächen den im März geäußerten Erwartungen. Restrukturierungen sollen zu einem Wachstum in der zweiten Jahreshälfte führen. Die Erwartungen würden "präzisiert", sobald die Tendenzen in der Softwarebranche vorhersehbarer würden.

Die Intershop-Aktie legte im frühen Handel in einem freundlichen Marktumfeld zeitweise um fast 30 % auf 5,05 Euro zu. Im Verlauf konnten Intershop bis zum Mittag um rund 14 % auf 4,45 Euro zulegten. Experten begründeten die Zuwächse mit den positiven Erwartungen an die Unternehmensentwicklung.

Analysten rechneten mit stärkerem Umsatzrückgang

Analysten waren für das erste Quartal im Durchschnitt von einem Umsatz in Höhe von 18,66 Millionen Euro ausgegangen und hatten einen Quartalsverlust von 31,87 Mill. Euro prognostiziert. Dabei lag der geschätzte niedrigste Verlust bei 19,24 Mill. Euro, der höchste bei 37,20 Mill. Euro. Daraus ergibt sich ein gewichteter Mittelwert von 34 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr erwarten die Analysten im Durchschnitt einen Umsatz von 117,61 Mill. Euro nach 122,994 Mill. Euro im Vorjahr und einen Jahresverlust von 59,78 Mill. Euro nach einem 2000er-Fehlbetrag von 38,923 Mill. Euro.

Nach Ansicht von Marc Schädler, Fondsmanager bei Nordinvest, profitierte der Intershop-Kurs von kurzfristigen Käufen institutioneller und privater Anleger sowie der positiven Stimmung am Neuen Markt. "Die Investoren erwarten, dass sich die Zahlen in der Zukunft verbessern. Sie sollten aber vorsichtig sein. Intershop ist nicht wirklich eine Aktie, die viel Potenzial bietet. Das Unternehmen hat viele Probleme", sagte Schädler. Er sehe derzeit keine Anzeichen, dass Intershop die Kehrtwende geschafft habe. Er werde die weiteren Zahlen abwarten, sagte der Fondsmanager.

Bemühungen um Restrukturierung

Das Unternehmen habe im ersten Quartal ein weltweites Restrukturierungsprogramm gestartet. ,Zwar habe die Investitionsschwäche im Internet-Bereich im ersten Quartal angehalten, jedoch zeigten die Restrukturierungsbemühungen im Unternehmen sichtbare Ergebnisse. "Wir haben einige unserer globalen Funktionen zusammengelegt und damit die Effizienz deutlich gesteigert", sagte Schambach. Zu dem Programm gehörten Kostensenkungsmaßnahmen inklusive einer Reduzierung des Personalstammes, Einstellungsstopps, die Reduzierung der Bürofläche und eine verstärkte Investitionskontrolle.

Zum Ende des ersten Quartals seien 1 168 Mitarbeiter bei Intershop beschäftigt gewesen, bereits 93 weniger als noch zu Jahresanfang. Die operative Kostenbasis sei im Vergleich zum vierten Quartal 2000 um 12 Mill. Euro reduziert worden.

Ende März verfügte Intershop den Angaben zufolge über liquide Mittel von 75 Mill. Euro, einschließlich liquider Mittel mit Verfügungsbeschränkung. "Die langfristigen Perspektiven für Intershop sind nach wie vor günstig", teilte der Chef für das operative Geschäft, Wilfried Beeck, mit.

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