Mehr Vertragsabschlüsse
Riester-Rente: Versicherer kämpfen jetzt um Marktanteile

Der Markt für die neue staatlich geförderte Altersvorsorge wird nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Volksfürsorge, Joachim Lemppenau, noch in diesem Jahr verteilt.

Reuters BERLIN. Dabei spiele es keine Rolle, dass die Förderung erst im kommenden Jahr beginne, sagte Lemppenau am Montagabend vor dem Wirtschafts-Presse-Forum Brandenburg. Die Akquisition laufe nicht nur wegen der "Riester"-Rente unglaublich gut. Immer mehr Menschen begriffen, dass die neue private Vorsorgeform kein Ersatz für zusätzliche private Vorsorge sei.

"In diesem Jahr wird der Markt verteilt", sagte Lemppenau in Berlin zu Journalisten. Die Volksfürsorge Holding AG hatte im ersten Quartal 2001 die Zahl der neu abgeschlossenen Lebensversicherungen um 28 % auf 54 600 Verträge erhöht. Die Volksfürsorge will spätestens am 1. Oktober mit passenden Rentenprodukten für die private und betriebliche Vorsorge auf den Markt kommen. Er hoffe, dass dann auch die notwendige Zertifizierung vorliege, sagte Lemppenau. Das Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen überprüft, ob Altervorsorgeverträge die von Bundesarbeitminister Walter Riester (SPD) gesetzten Kriterien für eine staatliche Förderung erfüllen und zertifiziert diese.

Neuen Schwung durch die "Riester"-Rente erhofft sich Lemppenau auch für die betriebliche Altersvorsorge. Hier sieht sich die Versicherungsgruppe, die zu über 98 % zum Konzern der AMB Aachener und Münchener Beteiligungs AG gehört, sehr gut positioniert. Von den fünf möglichen so genannten Durchführungswegen plädiert die Volksfürsorge für den Weg der rückgedeckten Unterstützungskasse.

Bei dieser Form der Altersvorsorge wird ein Teil des Gehalts in eine betriebliche Altersversorgung umgewandelt. Der Arbeitgeber wickelt diese Vorsorge über eine Unterstützungskasse ab. Die "Ufba-Unterstützungskasse zur Förderung der der betrieblichen Altersvorsorge eV" übernehme sämtliche Verwaltungsarbeiten und lege die Sparbeträge ungekürzt in Form einer Rückdeckungsversicherung bei der Volksfürsorge an, sagte Lemppenau weiter. Nach dem Start 1989 mit drei Betrieben nutzten heute das Ufba-Modell bereits 1400 Unternehmen.

Vorteilhaft sei, dass die Beiträge der Arbeitnehmer in die Unterstützungskasse bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis 2008 auch noch sozialabgabenfrei angelegt werden können. Oft gebe auch der Arbeitgeber seinen Vorteil aus den geringeren Sozialabgaben an den Arbeitnehmer weiter. Anders als bei der "Riester"-Rente, die 2002 mit einem Höchstbeitrag von einem Prozent der Beitragsbemessungsgrenze startet, könne der Arbeitnehmer ab 2002 die Gehaltsumwandlung von bis zu vier Prozent verlangen, erklärte Lemppenau. Darüber hinaus stehe es dem Arbeitnehmer frei, einen weiteren Vorsorgevertrag nach den "Riester"-Kriterien abzuschließen.

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