Mehr Wettbewerb bei Bio-Produkten
Öko-Siegel für Lebensmittel soll schon Ende Mai kommen

Das Konzept für ein Öko-Prüfzeichen soll bis Ende Mai stehen. Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) bezeichnete am Dienstag in Berlin die Kennzeichnung von Lebensmitteln, ihrer Herkunft und Inhaltsstoffe als "A und O", um eine Transparenz beim Kauf von Lebensmitteln zu erreichen.

ddp BERLIN. Nur so könnten Verbraucher beim Kauf auch eine tatsächliche Wahl für ein Produkt treffen. Danach werde es drei bis sechs Monate dauern, bis die ersten ausgezeichneten Produkte in den Regalen liegen.

Künast kündigte außerdem ein Siegel für herkömmliche, also nicht ökologisch produzierte Lebensmittel an. Dieses zweite Siegel soll Kunden, die nicht ausschließlich biologische Lebensmittel kaufen möchten, Angaben über Herkunft der Rohstoffe oder verwendete Düngemittel geben, unterstrich die Ministerin. Zugleich soll es den Produzenten Anreiz für eine bessere Qualität sein. Es gebe aber noch eine Reihe offener Fragen, die derzeit diskutiert würden.

Werbung für Öko-Produkte

Künast kritisierte, das Güte-Zeichen alten Zuschnitts sei zu eng gefasst gewesen. Dies solle jetzt anders werden. "Alle sollen mitmachen", sagte die Ministerin. Jetzt komme es auf "die Breite" an. Für Öko-Produkte müsse auch entsprechend geworben werden. Zudem müsste ein breiter Vertrieb sowie eine ausreichende Menge der Produkte verfügbar sein.

Unterstützung erhält Künast von den Verbraucherschutzverbänden, die in Berlin über die Zukunft von Bio-Lebensmitteln berieten. Die Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände (BVZV) , Edda Müller, kündigte eine "Qualitätsoffensive" für bessere Lebensmittel an. Dazu gehört auch die Forderung des Verbands nach gesetzlich verankerten Regressansprüchen bei einer falschen Auszeichnung von Bio-Lebensmitteln. "Täuschungen müssen sanktioniert werden", sagte Müller. Damit werde auch die Entscheidung des Kunden nach ethischen Gesichtspunkten geschützt.

Mit dem von Künast angestrebten Öko-Siegel kann nach Einschätzung Müllers das Angebot ökologischer Lebensmittel um 20 % gesteigert werden. Auch bei Bio-Produkten müsse "mehr Wettbewerb auf den Markt", sagte die Verbraucherschützerin. Künast unterstrich, in Zukunft würden Verbraucher noch stärker mitreden. Das Ministerium wolle sie dabei unterstützen.

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