Mehrere Aufsichtsratsmitglieder bereits vor einigen Tagen zurückgetreten
FAG-Chef Loos hat Amt niedergelegt

Knapp zwei Monate nach der Übernahme der FAG Kugelfischer durch ihren Konkurrenten INA hat der bisherige FAG-Vorstandschef Uwe Loos sein Amt niedergelegt. Nachfolger solle zum 1. Januar 2002 INA-Chef Jürgen Geißinger werden. Das gab die FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG (Schweinfurt) am Mittwoch bekannt.

dpa-afx SCHWEINFURT/HERZOGENAURACH. Loos hatte den Aufsichtsrat am Dienstagabend um eine vorzeitige Beendigung seines noch bis Ende Juni 2003 laufenden Vertrages gebeten. Er wolle damit den Weg freimachen für die unternehmerische Führung durch den neuen Mehrheitsaktionär INA, hieß es in einer Begründung.

Der Entschluss zum Rücktritt sei eine "in hohem Maße von ihm frei getroffene Entscheidung gewesen", betonte ein FAG-Sprecher. Loos hatte den Schweinfurter Wälzlagerkonzern seit Juni 1998 geleitet und zu einem der führenden Unternehmen seiner Branche gemacht. Im Geschäftsjahr 2000 wies FAG das beste Ergebnis seiner Geschichte aus.

Wann der designierte Vorstandschef Geißinger sein Amt offiziell antreten könne, hänge von der Zustimmung der US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) zur geplanten FAG-Übernahme ab. In der Zwischenzeit werde der bisherige FAG-Finanzvorstand und jetzige stellvertretende Vorstandschef Gerhard Vogel die Amtsgeschäfte führen, hieß es.

Schon Aufsichtsratschef Neukirchen ging

Im Zuge des sich abzeichnenden Eigentümerwechsels waren bereits in der Vorwoche der Vorsitzende des FAG-Aufsichtsrates, Kajo Neukirchen, und drei weitere Mitglieder des 20-köpfigen Kontrollgremiums mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Auf der Sitzung am 18. Dezember wählte der FAG-Aufsichtsrat den Vorstandschef der Deutschen Babcock AG, Klaus Lederer, zum Nachfolger Neukirchens.

Die INA-Holding Schaeffler KG aus Herzogenaurach hatte mehr als 87 % der FAG-Anteile erworben. In einem spektakulären und über mehrere Wochen dauernden Übernahmekampf hatten sich die FAG-Aktionäre schließlich im Oktober für einen Eigentümerwechsel entschieden. Zuletzt hatte INA das Übernahmeangebot von elf Euro auf zwölf Euro je Aktie erhöht. Der Versuch der FAG, rechtzeitig einen geeigneten Investor für ein mögliches Gegenangebot vorzulegen, sei nicht zuletzt an dem sich verschärften Konjunkturumfeld nach den Terroranschlägen am 11. September in den USA gescheitert, erklärte ein FAG-Sprecher.

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