Mehrere Bundesländer betroffen
Warnstreiks im öffentlichen Dienst

Einen Tag vor neuen Gesprächen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Verdi am Dienstag mit nahezu flächendeckenden Warnstreiks in Deutschland weiter Druck gemacht.

HB/dpa HAMBURG. Insgesamt legten mehr als 10 000 Mitarbeiter von Stadtreinigungen, Verwaltungen, Nahverkehrsbetrieben, Gerichten und Universitäten nach Gewerkschaftsangaben die Arbeit nieder, um der Forderung nach deutlich mehr als drei Prozent mehr Lohn und Gehalt Nachdruck zu verleihen. Die Tarifparteien wollen sich am diesem Mittwoch in Berlin zu einem Sondierungsgespräch treffen. Bislang liegen die Positionen weit auseinander.

In Schleswig-Holstein wurde in Lübeck, Ratzeburg und Mölln der öffentliche Nahverkehr bestreikt. Insgesamt ließen rund 3 800 Beschäftigte zeitweise ihre Arbeit ruhen. In Hamburg stand unter anderem die Müllabfuhr am Morgen einige Stunden still. In Niedersachsen folgten rund 1 200 Mitarbeiter dem Aufruf der Gewerkschaft.

In Frankfurt blieben Fahrzeuge der Müllabfuhr und der Straßenreinigung stehen. Auch die Müllverbrennung machte wegen des Warnstreiks von insgesamt 1 150 Beschäftigten eine Zwangspause. In Mannheim, Ulm und Freiburg ließen rund 800 Beschäftigte in städtischen Ämtern und Betrieben ihre Arbeit liegen. Bei einer Kundgebung in München zählte Verdi 1 200 Teilnehmer.

In Halle und Magdeburg traten rund 700 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes für ihre Forderungen in den Warnstreik. Auch in Erfurt und anderen Städten Thüringens waren rund 1 000 Arbeiter und Angestellte zeitweise im Ausstand, in Zwickau ließen 500 Beschäftigte, in Leipzig ließen rund 200 Beschäftigte des Grünflächenamtes die Arbeit liegen. Busfahrer in Mecklenburg-Vorpommern zogen bei ihren Fahrzeugen am frühen Morgen die Streikbremse.

In dem Tarifstreit drängen die Arbeitgeber auf eine Nullrunde. Die Gewerkschaft will neben ihrer Lohn- und Gehaltsforderung auch eine Anpassung der Ost-Gehälter an das Westniveau bis spätestens 2007 durchsetzen. Nächster Verhandlungstermin für die rund drei Mill. Arbeiter und Angestellten ist der 18. Dezember in Kassel. Die erste Runde Mitte November hatte keine Annäherung gebracht.

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