Mehrere Gebäude in Flammen
Schwere Ausschreitungen in Michigan

Der Tod eines jungen Schwarzen nach einer Verfolgungsjagd durch die Polizei hat in Benton Harbor (US- Bundesstaat Michigan) schwere Ausschreitungen ausgelöst.

HB/dpa BENTON HARBOR. Aufgebrachte Einwohner randalierten die zweite Nacht in Folge bis zum frühen Mittwochmorgen. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt, sieben wurden festgenommen. Gouverneurin Jennifer Grantholm verhängte den Ausnahmezustand. Damit können mehr Ordnungskräfte mobilisiert werden. Die Behörden erwägen eine nächtliche Ausgangssperre.

Zuletzt gingen mindestens drei Gebäude und fünf Autos in Flammen auf. Die Feuerwehr wurde nach Angaben von Augenzeugen am Löschen gehindert. Die aufgebrachte Menge schleuderte Flaschen und andere Wurfgeschosse auf die Polizei. Nach Angaben des Lokalsenders WNDU wurden aus der Menge auch Schüsse abgefeuert.

Der Zorn der rund 300 Demonstranten hatte sich an einer Verfolgungsjagd entzündet, bei der am Montagmorgen ein 28-jähriger Motorradfahrer ums Leben gekommen war. Die Polizei wollte ihm ein Strafmandat wegen zu schnellen Fahrens aushändigen. Als die Polizei am Montagabend eine wütende Trauergemeinde bei einer Mahnwache auseinander treiben wollte, begannen die Ausschreitungen.

Das Verhältnis zwischen Einwohnern und Polizei ist in dem Ort mit rund 12 000 Einwohnern seit Jahren gespannt. Die überwiegend schwarze Bevölkerung wirft der Polizei Rassismus vor. "Sie ignorieren unsere Kultur, unsere ganze Existenz", schrie ein Schwarzer unter starkem Beifall bei einer Kundgebung. Die Demonstranten verlangen unter anderem mehr schwarze Beamte in den Reihen der Ordnungshüter.

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