Mehrere hundert Stellen fallen weg
Harter Sparkurs bei Premiere

Der hochdefizitäre Bezahlsender Premiere der Kirch-Gruppe will auf seinem harten Sparkurs mehrere hundert Stellen streichen. Im Hamburger Call Center würden bis Ende des Jahres 30 % der Arbeitsplätze wegfallen, sagte ein Premiere-Sprecher am Donnerstag in München.

dpa MÜNCHEN. Betroffen seien befristete Verträge. In München werde eine Call Center-Gesellschaft mit 120 Beschäftigten - davon die Hälfte fest - Mitte des Jahres ganz geschlossen. Die Verluste bei Premiere sind einer der Hauptauslöser der Finanzkrise bei Kirch.

Der neue Premiere-Chef Georg Kofler will dem Aufsichtsrat in der kommenden Woche sein Sanierungskonzept vorlegen. Derzeit macht der Sender laut Brancheninformationen etwa zwei Mill. Euro am Tag Verlust. Eine Pleite des Pay TV-Angebots gilt als nicht ausgeschlossen, allerdings dürfte dies ohne schwere Auswirkungen auf den Rest der Kirch-Gruppe kaum zu bewerkstelligen sein.

In seinem neuen Geschäftsplan dürfte Kofler die bisher zu ambitionierten Abonnenten-Ziele der Realität anpassen. Auch die Call Center-Kapazitäten dürften jetzt wegen der niedrigen Kundenzahlen entsprechend reduziert werden. Der Sprecher verwies auf den Wechsel der Decoder-Strategie. Premiere-Zuschauer sollen den Sender künftig auch auf fremden Empfangsgeräten sehen können. Außerdem laufe die d- Box, mit der Premiere bis allein empfangen werden kann, mittlerweile stabiler. Daher gebe es weniger Anrufe der Abonnenten.

Unter den Mitarbeitern bei Premiere ist die Verunsicherung groß. "Wir fühlen uns verraten und verkauft", sagte ein Betriebsrat dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). Die Premiere-Gruppe beschäftigt der Zeitung zufolge insgesamt rund 2400 Mitarbeiter.

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