Mehrere Interessenten ausgestochen: Karstadt-Quelle und EM.TV steigen bei DSF ein

Mehrere Interessenten ausgestochen
Karstadt-Quelle und EM.TV steigen bei DSF ein

Ein Konsortium unter Führung des Karstadt-Quelle-Konzerns hat von der insolventen Kirch Media den Zuschlag für die Übernahme des defizitären Sportkanals DSF bekommen.

Reuters FRANKFURT. Der Vertrag sei zunächst mit der Karstadt-Quelle-Tochter Karstadt New Media sowie mit dem Investor Hans-Dieter Cleven unterzeichnet worden, teilte Kirch Media am Mittwoch mit. Der Rechtehändler EM.TV solle nach der Genehmigung durch das Bundeskartellamt dem Konsortium beitreten. In Branchenkreisen wurde der Kaufpreis mit einem "sehr niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag" beziffert. Der Verkauf stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gläubigerausschusses der DSF Taurus TV GmbH, -Muttergesellschaft hieß es. Das Konsortium beabsichtige, den Sportkanal am Standort München weiter zu betreiben.

DFL-Option soll abgelöst werden

Nach Angaben von Karstadt-Quelle käme - bei einer reibungslosen Abwicklung der Transaktion - der Essener Konzern am Ende auf einen Anteil am Deutschen Sportfernsehen samt des Internetportals Sport1 von 38,81 Prozent, EM.TV auf 38,97 Prozent und Cleven 22,22 auf Prozent. Eine bestehende Option der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf den Erwerb von 25,1 Prozent der Anteile an DSF solle abgelöst werden, teilte Karstadt-Quelle mit, ohne weitere Details zu nennen. Die DFL wollte sich auf einer Pressekonferenz in Frankfurt dazu nicht näher äußern. Es werde Gespräche mit den beteiligten Parteien geben, sagte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Wilfried Straub, nur.

Karstadt-Quelle-Vorstandsmitglied Peter Gerard bezeichnete den Einstieg des Konzerns als ein "strategisch wichtiges und wirtschaftlich geprägtes Investment". EM.TV-Chef Werner Klatten erläuterte: "Die vorgesehene Beteiligung an DSF und Sport1 wird für EM.TV eine hervorragende Möglichkeit bieten, die bestehenden Vermarktungs- und Merchandising-Aktivitäten im Sportbereich auszubauen." Die Sportvermarktung solle bei dem Unternehmen künftig neben dem klassischen Kinder- und Jugendgeschäft die zweite wesentliche Säule der EM.TV-Aktivitäten bilden.

Verkauf noch nicht ganz in trockenen Tüchern

Karstadt-Quelle, einer der größten Anbieter von Sportartikeln in Deutschland, setzte sich mit seinen Partnern gegen mehrere Interessenten durch. So hatten verhandlungsnahen Kreisen zufolge der französische Sender Eurosport, der skandinavische Medienkonzern Modern Times und DSF-Geschäftsführer Stefan Ziffzer zusammen mit dem Finanzinvestor Hudson Angebote Offerten eingereicht. Der US-Investor Haim Saban, der bereits den Filmrechtehandel und die TV-Tochter Pro Sieben Sat.1 von Kirch Media übernimmt, habe den Erwerb vom DSF geprüft, aber kein abschließendes Gebot abgegeben, hieß es in den Kreisen.

Allerdings kann Saban mit einem Angebot noch nachziehen, denn die letzte Entscheidung hat der Gläubigerausschuss der Taurus TV GmbH, der sich nach der Einleitung des formellen Insolvenzverfahrens über diese Zwischengesellschaft erst noch konstituieren muss. Wenn noch eine höhere Offerte eintreffe, könne das Gremium auch dieser den Zuschlag geben, hieß es in verhandlungsnahen Kreisen. Das Karstadt-Quelle-Konsortium sei über diesen Umstand informiert.

Nach dem Verkauf des Sportrechtehandels, der Filmbibliothek und der Senderfamilie Pro Sieben Sat.1 ist das DSF neben einer ganzen Reihe von Tochterfirmen die größte Einzelgesellschaft der insolventen Kirch-Media, die noch verkauft werden muss. Nach den Worten von Geschäftsführer Ziffzer hat der Sender seine Verluste im ersten Quartal verringert und peilt die Gewinnschwelle für Ende dieses Jahres an.

Die im MDax notierte Aktie von Karstadt-Quelle lag bis zum Mittag in einem festeren Gesamtmarkt 2,5 Prozent im Minus bei 13,45 Euro. Die Anteilsscheine von EM.TV (SDax) legten dagegen 5,4 Prozent auf 0,78 Euro zu.

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