Mehrere tausende Verletzte, Obdachlose und zerstörte Häuser: Mehr als 300 Tote durch Erdbeben in China

Mehrere tausende Verletzte, Obdachlose und zerstörte Häuser
Mehr als 300 Tote durch Erdbeben in China

Nach dem schweren Erdbeben im Nordwesten Chinas ist die Zahl der Todesopfer bis Dienstag auf mehr als 300 gestiegen. Das berichtete ein Mitglied der Bergungsmannschaften in der besonders schwer betroffenen Gemeinde Qiongkuerqiake telefonisch der dpa in Peking.

HB/dpa PEKING. "Genaue Zahlen haben wir noch nicht", sagte der Funktionär. In den Trümmern werde weiter nach Opfern gesucht. Die amtlichen Medien berichteten derweil nur von 260 Toten. 2 050 Menschen seien durch das Beben verletzt worden. Tausende sind obdachlos. Mehr als 8 800 Häuser sind eingestürzt.

Die Menschen mussten die Nacht in klirrender Kälte im Freien verbringen. Nach offiziellen Angaben haben die ersten Hilfsgüter das entlegene Erdbebengebiet östlich der Handelsstadt Kashgar an der alten Seidenstraße inzwischen erreicht. "Wir brauchen Nahrung, Zelte und Decken", berichtete der Funktionär in Qiongkuerqiake.

Weitere Hilfsgüter waren auf dem Weg, darunter auch wattierte Decken und Mäntel, berichtete Xinhua. Die Menschen hatten sich notdürftig Unterkünfte gebaut, während die Temperaturen über Nacht weit unter den Gefrierpunkt fielen. Es ist die größte Erdbebenkatastrophe in der Autonomen Region Xinjiang seit der Gründung der Volksrepublik 1949. Besonders schwer betroffen waren die Kreise Bachu und Jiashi, wo etwa 360 000 Menschen leben.

Die Menschen brauchen auch Kohle zum Heizen sowie Medizin und medizinische Geräte zur Versorgung der vielen Verletzten. Die meisten Verletzten seien in notdürftig errichteten Zelten oder Krankenhäusern untergebracht, hieß es am Dienstag. Mehr als 10 000 Menschen mussten allein in Qiongkuerqiake im Freien campieren.

Aus Angst vor Nachbeben und wegen Schäden an den Häusern konnten viele nicht in ihre Häuser zurück. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 6,8 auf der Richterskala erreicht. Ein Nachbeben der Stärke 5,0 auf der Richterskala versetzte die Menschen in den frühen Morgenstunden in Angst und Schrecken, berichtete das Erdbebenamt.

Ein spezielles Erdbebenteam mit 42 Mitgliedern, darunter auch speziell ausgebildete Ärzte, und 5 Suchhunden habe sich sofort nach dem Beben mit Hilfsgütern in einem Sonderflugzeug auf den Weg nach Xinjiang gemacht und sei bereits am Montagabend eingetroffen, berichtete das Fernsehen. Das erst vor zwei Jahren gebildete Erdbebenteam sei nach internationalen Standards ausgerüstet.

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