Mehrere Verletzte
Diplomaten beschossen - USA dementieren Beteiligung

Beim Verlassen der umkämpften irakischen Hauptstadt Bagdad ist die Autokolonne des russischen Botschafters am Sonntag unter Beschuss geraten. Dabei wurden mindestens vier bis fünf Menschen verletzt. Unbekannte schossen am Stadtrand mit Handfeuerwaffen auf die Autos, wie ein Augenzeuge der Agentur Interfax berichtete.

HB/dpa MOSKAU. Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus der Stadt Falludscha westlich von Bagdad gebracht. An die USA sowie den Irak erging eine scharfe Protestnote aus Moskau. Die US-Streitkräfte in Doha (Katar) bestritten eine Beteiligung. Der Zwischenfall habe sich in einer von Irakern kontrollierten Gegend ereignet, hieß es.

Der russische Präsident Wladimir Putin ordnete in Moskau an, seine Landsleute schnellstens aus dem Irak bringen zu lassen. Russland will den Vorfall an diesem Montag beim Besuch der Sicherheitsexpertin von US-Präsident George W. Bush, Condoleeza Rice, in Moskau zur Sprache bringen. Die Ausreise der Russen aus Bagdad sei den US-Truppen bekannt gewesen.

Das Außenministerium in Moskau bestätigte einen Bericht des arabischen Fernsehsenders El Dschasira nicht, wonach auch Botschafter Wladmir Titorenko verletzt worden sei. Die Autokolonne werde am Montag ihre Fahrt bis zur etwa 500 Kilometer entfernten syrischen Grenze fortsetzen.

Botschafter Titorenko hatte am Morgen die Botschaft in Bagdad in Begleitung verlassen. Bei zwei Angriffen acht beziehungsweise 15 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt seien jeweils mehrere Personen aus der Gruppe verletzt worden, sagte der Augenzeuge.

Nach dem zweiten Angriff seien die Täter in Geländewagen geflohen. Man habe die Verletzten in Krankenhäuser gebracht. "Zum Glück ist niemand gestorben", sagte der Beobachter. Insgesamt seien 25 russische Staatsbürger in der Autokolonne unterwegs gewesen, die meisten von ihnen Journalisten.

Es müsse alles für die Verletzten getan werden, forderte Putin in einer ersten Reaktion. In Moskau wurden die Botschafter der USA und des Iraks in das Außenministerium einbestellt. "Wir wissen bislang nicht, wer hinter dem Beschuss steht", sagte US-Botschafter Alexander Vershbow beim Verlassen des Außenministeriums. Die russische Botschaft in Bagdad blieb nach offiziellen Angaben weiterhin mit zwölf Bediensteten besetzt.

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