Mehrere zehntausend Menschen für härteres Vorgehen
Demonstration in Jerusalem gegen Politik von Barak

afp JERUSALEM/GAZA. Mehrere zehntausend Menschen haben in Jerusalem nach dem jüngsten tödlichen Anschlag auf einen israelischen Bus gegen die Politik des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak demonstriert. Die Demonstranten forderten am Mittwochabend bei der von der rechtsgerichteten Opposition veranstalteten Kundgebung ein härteres Vorgehen der Armee gegen die Palästinenser. Oppositionsführer Ariel Scharon bezeichnete Palästinenserpräsident Jassir Arafat in einer Rede als "grausamen Feind" Israels. Der "Terrorismus" müsse "liquidiert" werden und Israeli wieder in Sicherheit leben können. Nach Fernsehberichten erteilte Scharon Barak zuvor eine erneute Absage bei Bemühungen um eine gemeinsame Notstandsregierung.

Hamas-Führer rechtfertigt Busanschlag

Unterdessen rechtfertigte der geistliche Führer der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, Scheich Achmed Jassin, den Anschlag auf einen Bus. Die Palästinenser könnten nicht akzeptieren, stets Opfer zu sein, sondern müssten sich "verteidigen". Israel müsse sich "daran gewöhnen, für Aggressionen zu bezahlen". Bei der Attacke im nordisraelischen Hadera waren am Mittwochnachmittag zwei Menschen getötet und 55 zum Teil schwer verletzt worden. Ein israelischer Soldat befand sich nach Angaben eines Militärsprechers noch in "kritischem Zustand". Israelische Sicherheitsdienste vermuten die radikale Palästinensergruppe Islamischer Dschihad hinter dem Anschlag.

Bei einer Raketenattacke eines israelischen Kampfhubschraubers auf das Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen kam nach Krankenhausangaben ein Palästinenser ums Leben. Der Attacke seien keinerlei palästinensische Aktionen vorausgegangen. Insgesamt starben damit bei den seit Ende September anhaltenden Auseinandersetzungen 266 Menschen, zumeist Palästinenser.

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