Mehrheit an dem Versicherungskonzern steht zum Verkauf
Oetker sucht Industriepartner für Gerling

Die Oetker-Gruppe will sich offenbar an dem Traditionsversicherer, der zum Verkauf steht, beteiligen.

ali DÜSSELDORF. August Oetker, Vorsitzender der Geschäftsführung und persönlich haftender Gesellschafter der Oetker-Gruppe, versucht nach Informationen des Handelsblatts derzeit, in der Industrie Partner für eine gemeinsame Beteiligung am Gerling-Konzern zu finden. Die beiden Großaktionäre Rolf Gerling (65,5 Prozent) und Deutsche Bank (34,5 Prozent) suchen derzeit einen Käufer für den Traditionsversicherer.

Aus Industriekreisen wird immer wieder der Wunsch geäußert, Gerling möge als Industrieversicherer als Gegengewicht zum Marktführer Allianz erhalten bleiben. Beobachter sind aber skeptisch, ob es Oetker in Zeiten knapper Kassen gelingen wird, andere Konzerne zu einer Beteiligung an Gerling tatsächlich zu überzeugen. Den Informationen zufolge geht es aber nur um eine Beteiligung, nicht aber um die vollständige Übernahme der Mehrheit am Gerling-Konzern. Die Oetker-Gruppe wollte zu den Plänen keine Stellungnahme abgeben.

Das Engagement Oetkers bei dem Kölner Versicherer hat Tradition. Bereits 1974, als Gründer-Sohn Hans Gerling im Zuge der Krise um das Bankhaus Herstatt die Mehrheit an seinem Versicherer veräußern musste, wickelte Rudolf-August Oetker den Verkauf der Gerling-Anteile als Vertrauter Hans Gerlings ab. Zudem war Oetker an der Versicherungs- Holding der Deutschen Industrie GmbH beteiligt, die damals 25,9 Prozent des Versicherers übernahm. Weitere 25,1 Prozent gingen an die Zürich Versicherungen.

Im Jahr 2002 steht nun erneut die Mehrheit an Gerling zum Verkauf. Auf Grund großer Verluste aus dem Rückversicherungsgeschäft in den USA musste das Unternehmen Kapitalspritzen erhalten.

Gründer-Enkel Rolf Gerling konnte diese Zahlungen nicht mehr leisten; die Deutsche Bank stellte das benötigte Geld nur unter der Voraussetzung zur Verfügung, dass der Konzern verkauft wird und Rolf Gerling die Mehrheit abgibt. Das verlustreiche Rückversicherungsgeschäft wurde inzwischen an den Investor Achim Kann abgetreten.

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