Mehrheit bei Cegetel rückt in greifbare Nähe
Vivendi bestätigt Verkaufspläne für Versorgertochter

Der französische Mischkonzern Vivendi Universal S.A. hat gestern angekündigt, bis Ende 2004 die Hälfte seiner Beteiligung von 40,8 % am Versorger Vivendi Environnement S.A. zu verkaufen.

cn PARIS. Den Zuschlag sollen französische Finanziers bekommen. Kann Vivendi - Chef Jean-René Fourtou einen Teil des auf 1,9 Mrd. Euro geschätzten Verkaufserlöses in den kommenden Wochen realisieren, steigen seine Chancen im Bietergefecht mit Vodafone-Chef Chris Gent um den französischen Telefonkonzern Cegetel und dessen Mobilfunktochter SFR.

Weil Vivendi Universal mit 17 Mrd. Euro verschuldet ist, fällt es Fourtou seit Wochen schwer, sich die Kontrolle bei Cegetel zu sichern. Vivendi hält bereits 44 % an Cegetel und hat ein Vorkaufsrecht für die Anteile, die die US-Firma SBC (15 %) sowie British Telecom (25 %) an Cegetel halten. Vodafone hat seinerseits Vivendi bisher 6,77 Mrd. Euro für deren 44 % an Cegetel geboten. Das Unternehmen, das mit SFR die Nummer drei am französischen Mobilfunkmarkt kontrolliert, gilt als "Cash Cow" und deshalb für Vivendi als sehr attraktiv. Vodafone will mit einer Übernahme von Cegetel den Einstieg in den französischen Markt schaffen. Bis zum 10. Dezember muss Vivendi von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

Mit dem bevorstehenden Verkauf von Vivendi Environnement wäre Vivendi Universal die gröbsten finanziellen Sorgen los. Fourtou scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Sein Ziel, bis Ende dieses Jahres Unternehmensanteile für 5 Mrd. Euro zu verkaufen, hat Fourtou auf 7 Mrd. Euro angehoben. Bis Ende 2003 will der Vivendi-Chef mehr als 12 Mrd. Euro erlösen. Zudem hat Vivendi Universal angekündigt, den Notkredit über 3 Mrd. Euro, den das Unternehmen im Sommer erhalten hat, mit den Banken neu zu verhandeln: Vivendi benötigt das Geld nicht mehr in vollem Umfang.

Die Verhandlungen mit institutionellen Investoren über den Verkauf des Anteils an dem Versorgungsunternehmen seien "weit fortgeschritten", heißt es bei Vivendi. Bereits im September hatte Fourtou gesagt, Vivendi Environnement gehöre nicht mehr zum Kerngeschäft von Vivendi, und so den Verkauf indirekt angekündigt. Vivendi Environnement kontrolliert die Wasserversorgung und Müllabfuhr in Tausenden französischer Kommunen. Als Ex-Vivendi-Chef Jean-Marie Messier Anfang des Jahres einen Verkauf von Vivendi Environnement andeutete, warnte Präsident Jacques Chirac, das Unternehmen dürfe nicht in "ausländische Hände" fallen.

Quelle: Handelsblatt

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