Mehrheit für schwarz-grün
SPD und Schröder stürzen in Umfragen ab

Der holprige Start der neuen Bundesregierung und die schlechten wirtschaftlichen Daten lassen die SPD und Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) Umfragen zufolge in der Wählergunst abstürzen.

Reuters BERLIN. Nach den von der Forschungsgruppe Wahlen und dem Institut für Demoskopie Allensbach am Freitag vorgelegten Zahlen würden die Sozialdemokraten nur noch 34 (Forschungsgruppe) beziehungsweise 32,3 Prozent (Allensbach) der Stimmen erhalten, wenn an diesem Sonntag gewählt würde. Am 22. September hatte die SPD noch 38,5 Prozent der Stimmen bekommen.

Schröder stürzte in der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer in der Gunst der Wähler vom zweiten auf den siebenten Platz und erreichte mit einer Zustimmung von plus 0,2 nach Angaben des ZDF den schlechtesten jemals für ihn gemessenen Wert. Dagegen konnten sich die Grünen in beiden Umfragen bei der Sonntagsfrage auf Werte um neun Prozent verbessern.

Die Union verbesserte sich in den Umfragen für das ZDF und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Allensbach) auf gut 44 Prozent von 38,5 Prozent bei der Bundestagswahl. Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte für CDU und CSU gegenüber dem Vormonat ein Plus von vier, Allensbach sogar eines von 5,6 Prozentpunkten. Für die FDP ermittelte die Forschungsgruppe Wahlen fünf, Allensbach 6,8 Prozent. Damit hätte Schwarz-Gelb eine klare parlamentarische Mehrheit.

Rot-Grün erhielt die bislang schlechtesten Noten

Auf der von minus fünf bis plus fünf reichenden Skala ist die Zufriedenheit mit der Bundesregierung auf minus 1,2 (Oktober: 0,0) gesunken. Das sei der schlechteste Wert, der für die rot-grüne Regierung jemals gemessen wurde, hieß es in einer Mitteilung des ZDF. Die Bewertung der SPD, die von plus 0,4 auf minus 0,9 gefallen sei, unterscheide sich kaum noch von dem Wert der Grünen von minus 1,0 (minus 0,4). Allerdings habe sich auch die Union auf plus 0,3 nach plus 0,5 im Vormonat verschlechtert. Nur 32 Prozent der Befragen der Meinung, dass es eine unionsgeführte Regierung besser machen würde als Rot-Grün. 54 Prozent meinten vielmehr, dass es keinen so großen Unterschied machen würde.

Unverändert populärster Politiker ist Außenminister Joschka Fischer (Grüne), jetzt gefolgt von CDU-Chefin Angela Merkel, Wirtschaftsminister Wolfgang Clement und Innenminister Otto Schily (beide SPD).

Insgesamt weisen die von der Forschungsgruppe Wahlen befragten Bürger der Union in der Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik die größere Kompetenz vor der SPD zu. Mehrheitlich lehnten die Befragten die geplante Erhöhung des Rentenbeitragssatzes auf 19,5 nach 19,1 Prozent ab. 58 Prozent hätten eine Verschiebung der nächsten Rentenerhöhung besser gefunden. Selbst bei den Rentnern wären 50 Prozent für eine Verschiebung der zum 1. Juli 2003 anstehenden Erhöhung gewesen.

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