Mehrwertsteuererhöhung "wäre schädlich": Institute rechnen mit neuen Steuerlöchern

Mehrwertsteuererhöhung "wäre schädlich"
Institute rechnen mit neuen Steuerlöchern

Die Wirtschaftsforscher erwarten Mindereinnahmen in Milliardenhöhe. Auch für den Arbeitsmarkt zeigen sie sich pessimistisch.

asr DÜSSELDORF. Die sechs großen Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten im Mai eine deutliche Korrektur der amtlichen Steuerschätzung. "Dieses Jahr wird das Steueraufkommen rund 452 Mrd. Euro betragen", sagte Kristina van Deuverden, Steuerschätzerin des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle, dem Handelsblatt. Das wären 6 Mrd. Euro weniger, als in der November-Schätzung prognostiziert. Dabei unterstellen die Institute, dass einem konjunkturbedingten Minus von 11 Mrd. Euro Steuererhöhungen von 5 Mrd. Euro gegenüberstehen. Dazu zählen vor allem Mehreinnahmen aus dem jüngst erzielten Kompromiss bei der Körperschaftsteuer sowie dem Abbau von Steuervergünstigungen. Die Daten dienten den Instituten zur Schätzung des Haushaltsdefizits.

Pessimistisch sind die Forscher auch für den Arbeitsmarkt. Für 2003 rechnen sie in ihrem Frühjahrsgutachten im Schnitt mit 4,45 Mill. Arbeitslosen, "so dass der Bund einen deutlich höheren Zuschuss als im Vorjahr (5,6 Mrd. Euro) überweisen muss". Aus Institutskreisen erfuhr das Handelsblatt, dass die Ökonomen intern bereits mit einem Defizit von 7 bis 8 Mrd. Euro kalkulieren. Daher erwarten sie für dieses Jahr eine Defizitquote von 3,4 %. Vor diesem Hintergrund fürchten die Institute eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Dies wäre allerdings "schädlich" für die Konjunktur.

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