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Meilensteine der Übernahme: HypoVereinsbank/Bank Austria

Von einer Fusion war bereits seit Mitte 1999 die Rede. Nun entsteht der drittgrößte Bankenkonzern Europas.

vwd MÜNCHEN. Mit dem positiven Votum der Übernahmekommission in Wien, derzufolge die Integration der Bank Austria in den HypoVereinsbank-Konzern (HVB) nicht unter das österreichische Übernahmerecht fällt, ist ein "Meilenstein" auf dem Weg zur Schaffung des drittgrößten Bankkonzerns Europas passiert. Das schwierigste Wegstück dürfte damit hinter den Partnern liegen, hatte die HVB doch wiederholt verdeutlicht, einen anderen als den von ihr eingeschlagenen Weg, also insbesondere eine Barabfindung, werde es mit ihr nicht geben.

Die Zustimmung der Hauptversammlung der Bank Austria am 27. September wird dagegen eher als Formalie angesehen, zumal sich nach einer österreichischen Zeitungsumfrage unter Bank Austria-Aktionären knapp 90 % der Anteilseigner für den aktionärsfreundlichen "Deal" ausgesprochen hätten. Wie aus Branchenkreisen zu erfahren ist, gibt es auch von Seiten der Großinvestoren "nur positive Signale und Zustimmung".

Hier die wichtigsten Eckdaten der Bankenfusion:

Mitte 1999: Die Vorstandsvorsitzenden von HypoVereinsbank und Bank Austria, Albrecht Schmidt und Gerhard Randa, skizzieren in einem Hotel in Philadelphia in groben Zügen eine mögliche Fusion. Es folgen weitere Gespräche, unterbrochen von Denkpausen.

22. Juli 2000: Der Aufsichtsrat der HVB billigt die Transaktion: Übernahme der Bank Austria als Sacheinlage gegen Hingabe von 114 Mill. HVB-Aktien.

24. Juli bis 23. August 2000: Due-Diligence-Prüfung.

9. August: Vertreter der Bank Austria erörtern die geplante Transaktion vor der Übernahmekommission.

10. August: Zustimmung des Aufsichtsrates der Bank Austria.

Ende August: Einladung der BA-Aktionäre zur außerordentlichen Hauptversammlung am 27. September nach positivem Ergebnis der Due-Diligence-Prüfung.

4. September: Die Wirtschaftsprüfer von Arthur Andersen und Ernst & Young bestätigen das Aktientauschverhältnis als angemessen.

13. September: Der erste Senat der Übernahmekommission entscheidet, dass die Integration der Bank Austria in den HVB-Konzern nicht unter das österreichische Übernahmegesetz fällt. Eine Barabfindung an Aktionäre ist daher nicht erforderlich, die Transaktion kann wie geplant durchgeführt werden.

Der weitere Fahrplan sieht wie folgt aus:

27. September: Abstimmung der Bank Austria-Aktionäre über den Zusammenschluss auf der außerordentlichen Hauptversammlung. 28. September: Treffen von Führungskräften der HVB und Bank Austria, um Details und Umsetzung der Integrationsmaßnahmen zu besprechen.

1. Quartal 2001: Umtausch von Bank-Austria-Aktien in HVB-Aktien im Verhältnis eins zu eins.

bis Mitte 2001: Teilmerger mit Zusammenfassung der Aktivitäten in den USA, Asien, Westeuropa-Finanzzentren, Tschechien und Ungarn.

1. Quartal 2003: Abschluss der Integration der Bank Austria in die HVB.

Durch das Zusammengehen der beiden Banken sollen jährlich Synergien von 500 Mill. Euro erbracht werden. Der Restrukturierungsaufwand für die Integration soll insgesamt 350 Mill. Euro betragen.



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