„Mein Kampf“ solle auch im Buchhandel erhältlich sein
Seligmann rechnet nicht mit Freigabe von Hitlers „Mein Kampf“

Der Schriftsteller Rafael Seligmann ("Der Musterjude") erwartet nach seinem Vorstoß zur Freigabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf" keine Aufhebung des Verbots.

HB BERLIN. Das Verbot sei Unsinn, "aber ob Bayern den Mut haben wird, da bin ich pessimistisch", sagte der jüdische Publizist am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung seiner Hitler-Biografie "Die Deutschen und ihr Führer" (Ullstein Verlag). Der Freistaat Bayern ist Inhaber der Urheberrechte an Hitlers Buch, das in Deutschland bis heute öffentlich nicht zugänglich sein darf, mit Ausnahme wissenschaftlicher Zwecke.

Seligmann hatte in einem Interview die Freigabe gefordert und dies mit der gefestigten Demokratie in Deutschland begründet. Sein neues Werk ist von diesem Montag an in den Buchhandlungen erhältlich.

Die Forderung des Autors nach freiem Verkauf von "Mein Kampf" wird unterstützt vom früheren Berliner Kultursenator und Direktor des Deutschen Historischen Museums Christoph Stölzl. Seligmann betonte: "Das können wir uns als Deutsche nicht erlauben, dass das Buch in Israel auf Hebräisch gedruckt wird und wir stehen da als Deppen der Welt mit unseren deutschen Minderwertigkeitsgefühlen und verbannen das Buch." Stölzl sagte, "Mein Kampf" solle auch im Buchhandel erhältlich sein. Jeder müsse sich damit auseinander setzen können.

Seligmann untersucht in "Die Deutschen und ihr Führer", warum eine große Mehrheit der Deutschen Hitler folgte. Nach seiner zentralen These war das wichtigste verbindende Element zwischen Hitler und den Deutschen die Angst vor der Moderne. Hitler habe sich zum Vorreiter gegen die Moderne gemacht, die den Deutschen nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg Furcht einflößte.

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