Mein Olympia
Das Lächeln hinter den olympischen Kulissen

Du Mengxue ist Patriotin. Und deshalb schuftet die 27-jährige Chinesin in der Maschinerie des Medienzentrums für ein geringes Gehalt - und sieht das als Traumjob.

PEKING. Ihre Eltern haben Du Mengxue von klein auf dazu erzogen, dass sie etwas für ihr Land tun soll. "Jetzt habe ich die Chance dazu. Ich liebe China", sagt die 27-Jährige. Sie arbeitet in der Maschinerie, die eine reibungslose Berichterstattung der Medien über Olympia erst möglich macht. In den Büros im Hintergrund des internationalen Medienzentrums für die Olympischen Spiele organisiert sie Veranstaltungen und lotst Journalisten am Telefon zu den vielen Ansprechpartnern.

Mit der Arbeit für Olympia verwirklich sie sich einen Traum. In ihrem Heimatort Dalian im Nordosten Chinas gilt sie als diejenige, die es bis ins Olympia-Hauptquartier geschafft hat. Schon seit anderthalb Jahren schuftet die Uniabsolventin für die Spiele - bis Anfang August sogar unbezahlt: Als "vorolympische Freiwillige" stellte sie ihre Fremdsprachenkenntnisse und ihr Kommunikationstalent dem Organisationskomitee zur Verfügung. Damals hat sie mit ihrem strahlenden Lächeln Besucher betreut und bereits eine Journalisten-Hotline besetzt.

Jetzt im Büro des Medienzentrums erhält sie immerhin ein kleines Gehalt. "Genau solche Leute brauchen wir hier", sagte der Chef des Organisationskomitees, als er sie das erste Mal getroffen hat - und meinte offenbar auch ihr strahlendes Lächeln. Doch inzwischen stehen ihre Qualifikationen im Vordergrund. Die Fremdsprachen-Expertin kann außer Englisch auch etwas Französisch. Gelernt hat sie beides an einer Uni ihrer Heimatstadt.

Der Studiengang bereitet auf eine Karriere in der Hotelbranche vor - doch für einen Berufseinstieg hatte sie wegen Olympia bisher keine Zeit. Du Mengxue lebt mit ihrem Mann in einem Vorort von Peking. Er ist erfolgreicher Firmengründer in der IT-Branche und macht das Engagement seiner Frau finanziell erst möglich. "Er hilft mir, meinen Traum zu leben", sagt Mengxue. Schon als Gaststudentin vor fünf Jahren in der französischen Provence wollte sie als "Volunteer" zu den Spielen nach Athen 2004 gehen. Damals war das Vorhaben an den hohen Kosten gescheitert. Bei der Olympiade vor der Haustür ergriff sie ihre Chance.

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