"Mein Stil ist klassisch!"
"Bei Fehlern wirkt der Name wie eine Lupe"

Das Handelsblatt Weekend Journal im Gespräch mit dem Schauspieler Hardy Krüger jun.. Bekannt ist er aus der TV-Serie "Gegen den Wind".

Handelsblatt: Wie würden Sie Ihren persönlichen Stil beschreiben?

Hardy Krüger jun.: Klassisch! Vielleicht, weil ich von Kindesbeinen an immer von großartigen Schauspielern umgeben und beeinflusst war. Männer, die Haltung zeigten, Respekt einflößten. Das war meine Schule. Von daher kommt es wohl auch, dass ich, je älter ich werde, klassische Rollen bevorzuge. Und beim Outfit - auch klassisch!

Und welchen Stil bevorzugen Sie bei Frauen?

Da bin ich nicht festgelegt. Frauen haben ja meist ihre eigene Erscheinung, ihr ganz eigenes Charisma.

Was empfinden Sie als stillos?

Gleichgültigkeit Menschen gegenüber. Es kommt doch nicht darauf an, wie gut oder schön jemand ist oder wie viel Geld er oder sie hat. Stil ist etwas, das man auch mit wenigen Dingen ausdrücken kann.

Welches ist Ihr liebstes Reiseziel und warum?

Da bin ich nicht festgelegt. Ich bin einfach gerne unterwegs. Der Weg ist das Ziel. Ich bin sogar gerne auf Flughäfen. Eigentlich will ich gar nicht ankommen. Reisen ist doch wie Leben, immer ist alles im Fluss . . .

Auf welches Markenprodukt möchten Sie nicht mehr verzichten?

Marken sind mir ziemlich gleichgültig. Ich entdecke lieber neue Dinge und Produkte dort, wo ich gerade bin, das kann ein guter Wein sein, es können besondere Kräuter sein, die finde ich zum Beispiel in Neapel.

Haben Sie schon mal eine Rolle abgelehnt. Wenn ja, warum?

Ich würde nie etwas spielen, was mit sinnloser Brutalität oder Gewaltverherrlichung zu tun hat. Ich würde auch nie einen Nazi spielen. Obwohl, ich spiele ja gerade einen, aber das ist der Adjutant von Stauffenberg, und das war ja bekanntlich ein Widerstandskämpfer, der am Attentat auf Hitler beteiligt war. Wir Schauspieler sind ja immer auch so etwas wie Botschafter und Vorbilder. In der Düsseldorfer Komödie spiele ich zurzeit einen blinden Musiker. Das tue ich auch zu Gunsten eines Blindenzentrums in Tibet, das ich unterstütze. Ich nehme außerdem meine Aufgabe als Botschafter von Unicef sehr ernst. Als Schauspieler steht man doch in der Öffentlichkeit, deshalb ist es so wichtig, dass man da etwas bewegt.

Welchen Teil Ihrer Tageszeitung lesen Sie als ersten?

Das kommt auf die Zeitung an. Bei der "Süddeutschen Zeitung" - ich komme ja aus München - lese ich zuerst das Streiflicht, danach das Feuilleton. Logisch bei meinem Beruf, oder?

Ihr Beruf, war das Beruf oder Berufung oder einfach die Tatsache, dass es schon einen berühmten Hardy Krüger senior gab. War dieser Name für Sie und Ihre Karriere eher Hilfe oder gar Hemmnis?

Am Anfang hat er sicher vieles einfacher gemacht. Aber schließlich muss doch jeder seine eigenen Erfahrungen machen, seine eigenen Entscheidungen treffen und auch seine eigenen Fehler machen dürfen. Gerade bei Fehlern wirkt so ein bekannter Name wie eine Lupe: Die Fehler wirken größer.

Werden Sie den berühmten Namen weiter vererben - vielleicht sogar Ihre Profession?

Nein, da habe ich die Tradition unterbrochen. Meine beiden Söhne heißen Leon, der ist jetzt neun Jahre alt, und Noah, der ist vier Jahre alt. Ja, und wenn die nun auch Schauspieler werden wollten. Na, dann würde ich sie fördern.

Die Fragen stellte Inge Hufschlag.

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