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Meinung geändert

Er will nicht, er will, er will nicht. Doch, er will tatsächlich. Ron Sommer hat sich reichlich geziert. Am Ende hat er sich aber überzeugen lassen.

Die Deutsche Telekom hat die erste UMTS-Kooperation beschlossen, obwohl Sommer einige Wochen zuvor noch auf einem Alleingang bestand. Jetzt will der Bonner Konzern aber gemeinsam mit British Telecom (BT) die neuen Mobilfunknetze in Großbritannien und Deutschland hochziehen und dabei insgesamt 3 Mrd. Euro sparen.

Von diesem geplanten Schulterschluss profitieren beide Partner im gleichen Maße. Ron Sommer nutzt die Allianz vor allem in Großbritannien, wo die Telekom-Tochter One-2-One nach wie vor hohe Verluste einfährt. Das Unternehmen kann sich jetzt an den Marktführer BT Wireless anlehnen und das BT-Netz in Regionen nutzen, wo One-2-One keine eigene Infrastruktur hat. Die deutsche BT-Tochter kann dasselbe hier zu Lande tun.

Die UMTS-Lizenznehmer haben lange mit der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post um solche Kooperationen gerungen. Jetzt ist der Weg frei: Nach der Entscheidung des Telekom-Regulierers dürfen die Unternehmen sich beim UMTS-Netz die Antennen, Grundstücke, Stromversorgung und sogar die Sende- und Empfangsanlagen teilen. Nutzen sie die Möglichkeiten voll aus, können sie bis zu 40 Prozent der Kosten sparen. Konservative Schätzungen gehen von einer Ersparnis von 25 Prozent aus.

Möglich wird das durch eine neue Technik, die die Telekom-Netzausrüster gerade entwickeln. Sie soll Ende 2002 auf den Markt kommen. Das Wunderwerk der Software-Entwickler soll ermöglichen, dass mehrere Mobilfunknetze über die gleiche Anlage unabhängig voneinander gesteuert werden können. Dann muss nicht jeder Mobilfunkbetreiber überall eigene Basisstationen aufstellen. Zwei oder auch mehrere Unternehmen können sich statt dessen eine solche Anlage teilen. Eine sinnvolle Angelegenheit, sagen Analysten. Die Allianzen helfen nicht nur beim Sparen, sondern verringern auch die Zahl der Antennenstandorte und damit die Belastung mit Elektrosmog.

Der Schritt von Ron Sommer hat offenbar auch den Marktführer im deutschen Mobilfunkgeschäft, D2 Vodafone, so beeindruckt, dass er vom bisherigen Kurs abzuweichen scheint und am Ende wohl selbst Teil einer solchen Kooperation wird. Dabei gehörte Vodafone-Chef Chris Gent bisher zu den härtesten Kritikern einer solchen UMTS-Allianz. Aber man kann ja schließlich seine Meinung ändern.

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