Meinungen gehen auseinander
Dax-Ausblick: Analysten bleiben skeptisch

Technische Analysten sind sich beim Blick auf den Dax über den weiteren Verlauf nicht einig. Trotz der jüngsten Kursanstiege rechnen Klaus Deppermann von der BHF-Bank und Holger Struck von M.M. Warburg mit wieder nachgebenden Notierungen.

vwd FRANKFURT. Marcel Mußler von den Mußler-Briefen erwartet zwar einen kurzfristigen Anstieg, dann sei jedoch mit einer Pause zu rechnen. Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg dagegen ist zuversichtlicher und nimmt für den Dax deutliches Potenzial nach oben an.

Klaus Deppermann sieht den Dax noch im langfristigen Abwärtstrend. Bei 5 050 Punkten verlaufe die langfristige Trendline. Sie sei bisher sechs Mal getestet worden, und solange sie nicht überboten werde, bleibe der Abwärtstrend intakt. Für einen Ausbruch gebe es keine Anzeichen. Er rechnet nicht damit, dass der Dax die Kraft hat, die Linie zu überwinden. Das Verlaufstief bei 4 706 Punkten vom 20. Februar werde der Dax in den kommenden Monaten vermutlich noch einmal unterschreiten.

Holger Struck von M.M. Warburg ist ebenfalls eher pessimistisch. "In den vergangenen Wochen hat der Dax erheblichen technischen Schaden angerichtet", meint der Chartexperte. Der Index nähere sich allmählich einer überkauften Verfassung. Spätestens im Bereich der Widerstandszone bei 4 974/5 006 Punkten werde die "Party" wohl zu Ende gehen. Seit Beginn des Jahres seien den kurzfristigen Anstiegen immer wieder neue Tiefs gefolgt. Investmentkaufsignale seien nicht zu erkennen. Ansprechend sähen aber aus technischer Sicht Daimler-Chrysler und Infineon aus.

Adäquate Bodenbildung

Etwas optimistischer ist Marcel Mußler, Herausgeber der Mußler-Briefe. Die Anforderungen an eine adäquate Bodenbildung seien erfüllt. Es sehe nicht danach aus, als sollte die Unterstützung bei 4 730 Punkten in dieser Woche noch einmal in Bedrängnis geraten. Der nächste Widerstand liege bei 4 974 Punkten, dann bei den letzten Erholungshochs bei 4 992 Punkten und um den mittelfristigen Abwärtstrend bei 5 015 bis 5 030 Punkten. Diese Zone sei das Ziel für diese Woche. Es sei zwar nicht gesagt, dass dort schon Schluss sei und eine neue Abwärtsbewegung mit neuen Tiefs folge. Eine Pause in diesem Bereich sei jedoch schon absehbar; auf kürzere Frist böten sich dann dort antizyklische Gewinnmitnahmen an.

Martin Siegert von der Landesbank Baden-Württemberg ist noch optimistischer: Mit dem Erreichen des Tiefs bei 4 706 Punkten am 20. Februar habe sich eine bullische Divergenz ausgebildet. Die Trendwiderstände, die durch die Hochs vom 28. Januar und vom 14. Februar gebildet worden seien, habe der Dax bereits überschritten. Der nächste Widerstand liege jetzt bei 4 992 Punkten. Ein wichtiger Widerstand darüber finde sich bei 5 230 Punkten. Er ergebe sich, wenn man das Oktober-Hoch aus dem Jahr 2000 mit dem Januar-Hoch 2001 und dem Juni-Hoch 2001 verbinde. Seine zuversichtliche Einschätzung begründet Siegert auch damit, dass der Dow-Jones-Index wieder wichtige Widerstände genommen habe. Sollte er über 10 600 Punkte gelangen, werde das dem Dax weiteren Auftrieb geben.

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