Archiv
Meinungsforschers Traum

In einer großen Internetumfrage versuchen McKinsey und andere zu ergründen, was den Deutschen am Herze liegt. Unter www.Perspektive-Deutschland.de haben bereits 120 000 Bürger ihre Meinung kundgetan. Mittelfristig könnten Internetumfragen eine interessante Ergänzung zur klassischen repräsentativen Meinungsumfrage werden.

Davon träumen Meinungsforscher: Eine große, ja geradezu gewaltige Umfrage zur Befindlichkeit der Deutschen - und das im Jahr der Bundestagswahl. Wo möchten Sie gerne leben? Ist Bildung eine staatliche Aufgabe? Können Sie sich vorstellen, sich selbstständig zu machen? - nachzulesen und zu beantworten unter Perspektive-Deutschland.de. Der Vorteil der Internetbefragung, so betont einer der Initiatoren, die Unternehmensberatung McKinsey, ist: Sie ist ungleich preisgünstiger als jede andere Form der Umfrage. Und wo sich herkömmliche Meinungsforschungsinstitute bei einer repräsentativen Umfrage durchaus mit 1 000 Befragten zufrieden geben, haben in der Internet-Umfrage seit dem 18. Oktober immerhin 120 000 Leute teilgenommen.

Ziel bis Jahresende sind mindestens 150 000 Teilnehmer. Bis jetzt ist zwar - wenig überraschend - nur herausgekommen, dass die Bürger lieber in Bayern und Baden-Württemberg als in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern leben. Doch am Ende der Umfrage sollen sich Aussagen treffen lassen, die auch für einen Landkreis oder eine Gemeinde noch Gewicht haben können. Daher dürften sich nicht nur Politiker und Sozialwissenschaftler, sondern etwa auch Stadtplaner für die Auswertung der Antworten interessieren.

Die Internet-Umfrage wird durch eine herkömmliche Offline-Befragung begleitet, da sie, anders als normale Umfragen, natürlich nicht repräsentativ ist. Und hier wird das Interesse von McKinsey sichtbar. Denn zum einen wollen die Unternehmensberater künftig verstärkt auch im öffentlichen Sektor aktiv werden. Zum anderen nutzen sie den Vergleich zwischen beiden Ergebnissen, um - wie bei einem Zielfernrohr - ihr Visier zu justieren. Die Hoffnung von McKinsey-Chef Jürgen Kluge, dass sich "die Populationen im Internet und der realen Welt annähern", wird zwar auf absehbare Zeit nur eine Hoffnung bleiben. Aber als Ergänzung zur klassischen repräsentativen Umfrage hat die Internet-Befragung sicher eine Zukunft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%