Meister: Nur die wichtigsten Aspekte des Akkords in EU-Richtlinie gießen: Basel II wird die Finanzierung der Unternehmen kaum verändern

Meister: Nur die wichtigsten Aspekte des Akkords in EU-Richtlinie gießen
Basel II wird die Finanzierung der Unternehmen kaum verändern

Die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken (Basel II) werden die eher bankbezogenen Finanzierungsstrukturen der Unternehmen in Kontinental-Europa nicht gravierend verändern. Diese Ansicht vertrat Edgar Meister, im Direktorium der Deutschen Bundesbank für die Bankenaufsicht zuständig, im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Er erwartet, dass Bankkredite weiter im Vordergrund stehen werden.

mak FRANKFURT/M. Stärken werde Basel II die Beziehung zwischen Banken und Kunden, vermutet der Aufsichtsexperte. Das künftig vorgesehene Interne Rating sei nur möglich, wenn sich die Bank intensiv mit ihren Kunden befasse. Denn nur eine fundierte Risikoanalyse erlaube ein gesichertes Rating-Urteil. Seitens der Kunden setze dies die Bereitschaft zu ausreichender Transparenz gegenüber ihrem Institut voraus.

Ein engeres Bank-Kunde-Verhältnis bedeute freilich nicht, dass für Anleihe-Emissionen auch mittelständischer Unternehmen künftig kein Raum mehr bestehe. Auch wenn dieser Markt bisher in Deutschland wenig ausgeprägt sei, habe es doch in den vergangenen Monaten einige Emissionen gegeben. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen. Zudem würden die Unternehmen, die an den Kapitalmarkt gingen, in der Regel von ihrer Bank begleitet.

Meister appellierte an die deutschen Banken, bei der Erhebung des Baseler Ausschusses zu den Auswirkungen des neuen Akkords auf ihre Eigenkapitalanforderungen gut mitzuwirken. Diese Aktion biete die Chance, die Auswirkungen auf das eigene Haus besser abschätzen zu können und sich entsprechend zu positionieren. Dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred) und der Bundesbank gehe es auch darum, bisher nicht erkennbare Nachteile zu identifizieren und gegebenenfalls abzuwenden.

Wie BAKred-Chef Jochen Sanio sieht Meister die Gefahr, dass den europäischen Banken Wettbewerbsnachteile erwachsen könnten, wenn die europäischen Richtlinien nicht rechtzeitig an Basel II angepasst werden (Handelsblatt vom 18.1.) Meister begrüßt daher den Vorschlag der EU-Kommission, nur die wichtigsten Punkte des Akkords in einer Richtlinie zusammenzufassen und im Übrigen vorerst mit Empfehlungen zu arbeiten. Anders als einmal erlassene Verordnungen ließen sich diese leichter ändern.

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