Menge und Qualität überdurchschnittlich: Wein: 2002 ist ein guter Jahrgang

Menge und Qualität überdurchschnittlich
Wein: 2002 ist ein guter Jahrgang

Der deutsche Weinjahrgang 2002 ist von Menge und Qualität her überdurchschnittlich gut ausgefallen. Im vergangenen Jahr wurden 10,18 Mill. Hektoliter Weinmost geerntet und damit 2,8 % mehr als im Sechsjahresmittel, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte.

HB/dpa WIESBADEN/MAINZ. Im Vergleich zum Jahrgang 2001, der allerdings eine nur unterdurchschnittliche Menge gebracht hatte, waren das sogar 12,1 % mehr. Der Anteil der roten Moste an der gesamten Mosternte hat sich entsprechend der gestiegenen Nachfrage auch im vergangenen Jahr wieder deutlich erhöht.

Von der gesamten Weinmostmenge waren nach Darstellung der Statistiker 56 % zur Herstellung von Qualitätswein mit Prädikat geeignet. 2001 waren es 54 %. 43 % der Moste des Jahrgangs 2002 können außerdem zu Qualitätsweinen ausgebaut werden, der Anteil der Tafelweine erreichte nur 0,5 %.

Für Weißweine wurden im vergangenen Jahr laut Statistik 6,59 Mill. Hektoliter Moste gelesen (plus 5,6 %) und für Rotweine 3,58 Mill. Hektoliter (plus 26,2 %). Gemessen am Mittel der Jahre 1996 bis 2001 legten die Rotweine sogar um 38 % zu, während sich die Weißmosternte um zehn Prozent verringert hat. Damit verringerte sich der Anteil der weißen Moste an der gesamten Ernte von 68,7 % im Jahr 2001 auf 64,8 % im vergangenen Jahr. Die roten Moste legten parallel dazu von 31,3 % auf 35,2 % zu. "Die deutlich höhere Menge an Rotmost spiegelt die erhöhte Nachfrage nach Rotweinen wider", schrieben die Statistiker dazu.

Das Deutsche Weininstitut in Mainz sieht in den Erntedaten von 2002 das Bestreben deutscher Winzern zu mehr Qualität bestätigt. Damit kämen sie einem Trend bei den Verbrauchern entgegen: Nach einer Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bei 17 000 Haushalten in Deutschland hat deutscher Wein im vergangenen Jahr der Menge nach zwar Marktanteile verloren, beim Erlös aber zugelegt, so das Weininstitut. Allein die ausländischen Anbieter hätten im vergangenen Jahr einen Mengenzuwachs erzielen können, für den Zuwachs beim Wert seien die deutschen Anbieter verantwortlich gewesen.

Insgesamt gaben die Deutschen nach der Untersuchung im vergangenen Jahr 3,47 Mrd. ? für den privaten Weinkonsum aus und kauften dafür 11,4 Mill. Hektoliter Wein. Das entsprach einem Zuwachs beim Wert von einem Prozent und bei der Menge von zwei Prozent. Deutsche Weine erreichten dabei einen Marktanteil nach der Menge von 45,3 % (minus 2,5 %) und nach dem Wert von 52 % (plus 3 %). Diese Zahlen seien ein Indiz dafür, dass die qualitativen Anstrengungen der heimischen Winzer aus den vergangenen Jahren honoriert wurden und die Verbraucher bereit seien, für gute Qualitäten einen höheren Preis zu bezahlen, so die Untersuchung.

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