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Menschenrechtler: USA haben weltweit geheime Gefängnisse

Washington (dpa) - Die USA unterhalten nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights First weltweit geheime Gefängnisse für Terrorverdächtige. Wie die Organisation in Washington mitteilte, gibt es insgesamt mehr als zwei Dutzend spezielle Einrichtungen für solcher Verdächtige.

Washington (dpa) - Die USA unterhalten nach einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights First weltweit geheime Gefängnisse für Terrorverdächtige. Wie die Organisation in Washington mitteilte, gibt es insgesamt mehr als zwei Dutzend spezielle Einrichtungen für solcher Verdächtige.

Mindestens die Hälfte dieser Gefängnisse würde in vollständiger Geheimhaltung operieren. Diese Zahl basiere auf eigenen Quellen und Medienberichten. Die Gefängnisse gebe es unter anderem im Irak, in Afghanistan, Pakistan, Jordanien sowie auf US-Kriegsschiffen.

Die Organisation ruft die Regierung von US-Präsident George W. Bush auf, dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sofort Zugang zu allen im Rahmen des Krieges gegen den Terrorismus Festgehaltenen zu gewähren. Dem Roten Kreuz und dem Kongress müssten alle Standort dieser Einrichtungen mitgeteilt werden. Die Geheimhaltung mache «unangemessene Haftbedingungen und Missbrauch nicht nur wahrscheinlich, sondern unvermeidlich», heißt es in dem Bericht von Human Rights First. Human Rights First ist der neue Name der Anwälteorganisation Lawyers Committee for Human Rights, die sich nach eigenen Angaben seit etwa 25 Jahren mit Menschenrechtsfragen befasst.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Donnerstag eingeräumt, dass die USA seit Oktober im Irak einen mutmaßlichen Terroristen unter strikter Geheimhaltung festhalten. Das IKRK, das sich um das Wohlergehen von Gefangenen kümmert, sei nicht informiert worden, gab das Pentagon zu. Auch erhielt der Gefangene keine Identifikationsnummer. Beides steht im Widerspruch zu den Genfer Konventionen über die Behandlung von Kriegsgefangenen.

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld verteidigte das US- Verhalten. Die Gründe dafür könne er öffentlich nicht nennen. Es sei aber nicht darum gegangen, das IKRK von dem Gefangenen fern zuhalten. Nach Angaben von Pentagon-Sprecher Bryan Whitman ordnete Rumsfeld die geheime Gefangenschaft auf Ersuchen von CIA-Direktor George Tenet an. Der Geheimdienstchef habe darum gebeten, dem Häftling keine Seriennummer zu geben, solange die CIA damit beschäftigt sei, den präzisen «Status» des Mannes zu bestimmen. Whitman zufolge wird vermutet, dass er ein hochrangiges Mitglied der radikalen Gruppe Ansar el Islam ist und an Anschlägen gegen die US-Streitkräfte im Irak beteiligt war.

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