Menschenrechtler zeigen sich besorgt
Verbrecherjagd mit 50 000-Volt-Betäubungswaffen

Britische Polizisten können bei der Verbrecherjagd nun auch Betäubungspistolen mit 50 000 Volt starken Stromstößen einsetzen. Nach Medienberichten vom Freitag wurden Beamte in fünf ausgewählten Bezirken des Landes mit den Waffen ausgestattet, deren Geschosse einen heftigen Elektroschock und kurzfristige Muskellähmungen am ganzen Körper bewirken.

HB/dpa LONDON. Mit Hilfe der im Fachjargon als "weniger tödlich" bezeichneten Waffen könnten gewaltbereiten und bewaffneten Tätern problemlos Handschellen angelegt werden.

Aus den knallgelben Pistolen, die hinsichtlich ihrer Gestaltung aus Science-fiction-Filmen stammen könnten, werden kleine mit Widerhaken ausgestattete Nadeln bis zu sieben Meter weit geschossen. Sie sind mit stromführenden, an der Pistole angebrachten Drähten verbunden. Polizist Simon Williams, der sich probehalber mit dem Gerät außer Gefecht setzen ließ, sagte: "Es tut furchtbar weh, aber ich habe keine wirklichen Verletzungen."

Menschenrechtsorganisationen äußerten ihre Besorgnis über die aus den USA importierten Waffen, weil mit ihnen der Tod mehrerer Menschen in Amerika in Zusammenhang gebracht wird. Paul Acres, Sprecher der britischen Vereinigung führender Polizeioffiziere, hält die Schießgeräte aber für sicher. "Es gibt keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen der Anwendung dieser Waffen und Todesfällen." Gleichwohl räumte er Risiken ein. "Jede Waffe kann tödlich sein."

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