Menschenrechtsorganisation in Hongkong ruft zum Boykott auf
McDonald's: "Junior-Tüten" werden angeblich durch Kinderarbeit gefüllt

Die Imbisskette McDonald's soll Werbespielzeug illegal von Kindern in China produzieren lassen. Diesen Vorwurf hat eine christliche Arbeitnehmer-Organisation in Hongkong erhoben.

dpa/ap/afp HONGKONG. In der Fabrik "City Toys" im süd-chinesischen Shenzhen müssten Kinder für umgerechnet rund sechs DM bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten, berichtete die "South China Morning Post" am Sonntag. Die Zeitung berief sich auf die Recherchen eines Reporters, der sich dem Bericht zufolge in der bewachten Fabrik unter die Arbeiter geschmuggelt hatte. Ein 14-jähriges Mädchen habe dem Journalisten erzählt, sie habe falsche Angaben zu ihrem Alter gemacht, um die Arbeitsstelle zu bekommen. "Meine Familie ist arm. Sie kann sich nicht leisten, vier Kinder zu ernähren", zitierte die "Sunday Morning Post" das Mädchen.

Die in der Farbrik hergestellten Spielsachen verkaufe der MacDonald's-Konzern in seinen so genannten "Junior-Tüten". Rund 20 % der 2 000 Beschäftigten seien - nach einer Schätzung der Organisation "Christian Industrial Committee" - unter 16 Jahren alt und somit jünger als vom Gesetzgeber erlaubt. Die Jüngsten seien nach unbestätigten Angaben erst 12 Jahre alt. Die Kinder arbeiteten sieben Tage in der Woche und seien in spartanischen Unterkünften untergebracht. Sie schliefen mit 15 anderen in beengten Räumen auf Holzbetten ohne Matratze.

Wie die in Hongkong erscheinende Zeitung "South China Sunday Morning Port" am Sonntag berichtete, streitet die Spielzeugfirma ab, Minderjährige zu beschäftigen oder bei Identitäts-Kontrollen wegzusehen. Der Zwischenhändler in Hongkong war am Sonntag nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Aufruf zum Boykott

In Hongkong demonstrierte am Sonntag eine kleine Gruppe von Anhängern des "Hong Kong Christian Industrial Committee (HKCIC)" gegen den McDonald's und forderten einen Boykott der Imbisskette. Ein McDonald's-Sprecher zeigte sich betroffen über die Anschuldigungen. Er sagte jedoch, dass es auf Grund bisheriger Überprüfungen keinen Grund zu der Annahme gebe, dass in der Fabrik illegal Kinder beschäftigt würden.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten in China über 13 Millionen Kinder zwischen zehn und 14 Jahren, obwohl das Mindestalter offiziell bei 16 Jahren liegt.

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