Menschenrechtsverletzungen in Tibet
Pöttering fordert Olympioniken zu Protest auf

EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering hat die Olympioniken dazu aufgerufen, gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet zu protestieren. Die Freude an Sport und Spielen dürfe nicht den Blick für die Menschen und ihre Rechte trüben.

HB FRANKFURT. "Ich möchte alle Sportlerinnen und Sportler ermutigen, genau hin- und nicht wegzusehen. Jeder kann auf seine Weise ein Zeichen setzen", schrieb Pöttering in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag". Kein Funktionär solle dieses verhindern dürfen. Der Parlamentspräsident bezeichnete es als "Pflicht, jetzt das tibetische Volk, das sein kulturelles Überleben verteidigt, nicht zu vergessen".

Die Freude an Sport und Spielen dürfe nicht den Blick für die Menschen und ihre Rechte trüben, sagte Pöttering. Er beklagte, dass die Gespräche zwischen den Gesandten des Dalai Lama und der chinesischen Führung bisher ohne Erfolg geblieben seien. Das Europäische Parlament werde sich auch nach den Olympischen Spielen für die Menschenrechte und die Rechte des tibetischen Volkes einsetzen. Laut Pöttering wird der Dalai Lama am 4. Dezember vor dem Europäischen Parlament sprechen.

Das deutsche IOC-Mitglied Walther Tröger sagte, für Proteste böte sich "eine Fülle von Möglichkeiten". Der ehemalige Präsident des Nationalen Olympischen Komitees sagte im Deutschlandradio: "Da verbietet das IOC nichts. Da kann es auch gar nichts verbieten." Der 79-Jährige nannte als Beispiele Pressekonferenzen, aber auch Gespräche "mit dem Mann auf der Straße". Zudem habe IOC-Präsident Jacques Rogge auf die Problematik der Menschenrechte in China hingewiesen.

Tröger verteidigte die IOC-Regel, dass in den olympischen Wettkampfstätten Demonstrationen nicht erlaubt sind, "weil man die eben gar nicht steuern kann. Das Schlimmste wäre doch, wenn das IOC sagen würde: Es ist erlaubt, für Menschenrechte in China zu demonstrieren, aber es ist nicht erlaubt, etwa für Kosovo in Serbien zu demonstrieren", sagte er.

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