Mercantone Uno nicht dabei
Telekom einziger deutscher Tour-Rennstall

Das Team Deutsche Telekom ist die einzige deutsche Radsport-Mannschaft, die am 6. Juli in Luxemburg an den Start der Tour de France gehen wird. Das Essener Team Coast wurde dagegen wie schon im Vorjahr nicht berücksichtigt.

dpa PARIS/WIESBADEN. Bei der Vergabe der letzten fünf Wildcards am Donnerstag benannte die Société du Tour de France stattdessen vier französische Mannschaften, darunter Crédit Agricole mit dem Berliner Jens Voigt, und Saeco aus Italien. Damit gehen 21 Teams mit je neun Profis an den Start des bedeutendsten Etappenrennens der Welt. Bereits vorher waren 16 Mannschaften, darunter Telekom, auf Grund ihrer Weltranglisten-Position nominiert worden.

Wie Coast zog auch wieder die Marco Pantani-Mannschaft Mercatone Uno aus Italien eine Niete. Der Tour-Sieger von 1998, der bereits im vorigen Jahr die Rote Karte der Organisatoren aus Paris gesehen hatte, überzeugte bisher sportlich auch in diesem Frühjahr nicht. Bei seiner Vernehmung vor der Anti-Doping-Kommission seines Landes hatte Pantani vor wenigen Tagen sogar Beistand von Ministerpräsident Silvio Berlusconi erbeten. Die Kommission beschäftigt sich mit den Ermittlungen vom vergangenen Giro d'Italia.

"In diesem Jahr hätten wir auf jeden Fall eine Nominierung verdient. Wir haben neun Saisonsiege und mit Alex Zülle, Fernando Escartin und Luis Angel Casero erfahrene und erfolgreiche Tour-Fahrer in unseren Reihen. Die Auswahl war ungerecht, die Richtlinien dazu schwammig", kritisiert Coast-Manager und Ex-Sprinter Marcel Wüst am Donnerstag in Wiesbaden am Rande der Präsentation der Deutschland- Tour die Entscheidung aus Paris.

Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc attestierte Coast dagegen eine "Ansammlung guter, aber ziemlich alter Fahrer" und erinnerte daran, dass Casero derzeit nicht in guter Form sei. Der Vuelta-Sieger des Vorjahres werde nach seiner Knieoperation in der kommenden Woche wieder das Training aufnehmen, betonte Wüst. "Wir hätten uns gefreut, wenn Coast dabei gewesen wäre. Das wäre dem deutschen Radsport sicher nur zugute gekommen. Aber ehrlich gesagt hat mich die Nicht-Nominierung nicht überrascht", sagte Telekom-Teamsprecher und Verbands-Vize Olaf Ludwig.

Der Telekom-Profi Rolf Aldag befürchtete sogar für die seit zwei Jahren mit großem finanziellen Aufwand betriebene Mannschaft des Textilunternehmers Günter Dahms weiterreichende Konsequenzen: "Hoffentlich ist Coast in der nächsten Saison überhaupt noch dabei." Jens Voigt hatte dagegen fest mit der Einladung gerechnet. "Ich hatte schon vorher keine Bedenken, bei uns war das sowieso klar", sagte Voigt, der im vergangenen Jahr einen Tag im Gelben Trikot gefahren war und einen Etappensieg bei der Tour gefeiert hatte.

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