Mercedes-Benz-Pkw setzt Erfolgsfahrt fort
Daimler kommt bei Chrysler voran

Der Daimler-Chrysler-Konzern hat im ersten Quartal 2002 besser abgeschnitten als erwartet. Nach anderthalb Jahren hat es die angeschlagene US-Pkw-Sparte Chrysler erstmals wieder in die schwarzen Zahlen geschafft. Dennoch bleibt der Stuttgarter Autokonzern bei seiner vorsichtigen Gewinnprognose.

 

ajo STUTTGART. Die Daimler-Chrysler-Aktionäre können durchatmen. Die Sanierung der angeschlagenen US-Pkw-Tochter Chrysler greift offensichtlich. Chrysler weist nach sechs Verlustquartalen einen Betriebsgewinn von 127 Mill. Euro aus. Im vergangenen Jahr stürzten Chrysler und die US-Nutzfahrzeugtochter Freightliner den Stuttgarter Konzern tief in die roten Zahlen.

Analysten zeigten sich über das gute Abschneiden des Konzerns überrascht. Daimler-Chrsysler weist für das erste Quartal ein Beriebsergebnis von 1 Mrd. Euro aus. Die Analysten hatten nur mit 850 Mill. Euro gerechnet. "Das erste Quartal ist besser ausgefallen als geplant", erklärte auch Daimler-Chrysler-Finanzchef Manfred Gentz in einer Telefonkonferenz am Donnerstag. Dennoch konnte sich die Daimler-Aktie nicht vom negativen Börsentrend absetzen. Die Aktie notierte mit 51,5 Euro um 2 % niederiger als am Vortag.

Auch die Finanzlage des Konzerns hat sich im ersten Quartal entspannt. Der Verkauf der restlichen Anteile am IT-Anbieters Debis Systemhaus an die Deutsche Telekom und einer Finanzdienstleistungstochter brachten mehr als 5 Mrd. Euro in die Kassen.

Gentz hielt trotz des günstigen ersten Quartals eine Anhebung der Prognose für das Gesamtjahr für zu früh. Die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten seien zu groß. Konzernchef Jürgen Schrempp hat im Februar ein Betriebsergebnis von deutlich mehr als 2,6 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Er hatte damit frühere Prognosen abgesenkt.

"Der Ausblick ist positiver geworden", meint auch Georg Stürzer, Analyst bei der Hypo-Vereinsbank. Daimler-Chrysler stellt im Quartalsbericht in Aussicht, dass Mercedes-Benz an die hohen Verkaufs- und Gewinnzahlen des Vorjahres anknüpfen kann. Die Nutzfahrzeugsparte soll trotz der Probleme bei der US-Tochter Freightliner und der aktuellen Marktschwäche in Europa ein positives Ergebnis erzielen. Zudem erwartet Daimler-Chrysler erstmals einen positiven Ergebnisbeitrag aus Japan von Mitsubishi Motors (MMC). Die Stuttgarter sind an dem japanischen Autobauer, der ebenfalls saniert werden muss, mit gut 37 % beteiligt.

Chrysler soll auch für das Gesamjahr einen Gewinn ausweisen. Bei der US-Sparte greifen nicht nur die Maßnahmen zur Kostensenkung. Im ersten Quartal legten die Auslieferungszahlen an die Händler um 7 % zu, obwohl die Absatzzahlen im ersten Quartal nochmals zurückgingen. Gentz begründete die verbesserten Auslieferungen mit einer positiveren Stimmung bei den Händlern. Zudem konnte Chrysler den Marktanteil in den vergangenen Monaten auf 13,7 % verbessern. Im Herbst 2001 war er auf das Tief von 12,3 % gesunken. Allerdings tobt der Rabattkrieg weiter. Chrysler hat bei den Rabatten nach einer Studie von Merrill Lynch die Spitze vor Ford und General Motors übernommen.

In der Nutzfahrzeugsparte machen Finanzchef die anziehenden Auftragseingänge Hoffnung. Nicht so gut sieht das Ergebnis im ersten Quartal aus. Die Sparte ist immer noch mit 85 Mill. Euro in den roten Zahlen, auch wenn die Belastungen sich durch die US-Nutzfahrzeugtochter Freightliner verringert haben. Doch der Konzern leidet auch unter den Schwierigkeiten in Argentinien, der Türkei und der Markschwäche in Europa.

Dagegen konnte die Mercedes-Pkw-Sparte trotz der rückläufigen Märkte und des Modellwechsels beim wichtigen E-Klasse-Modell den Absatz halten. Der Betriebsgewinn liegt mit 653 Mill. Euro trotz der hohen Aufwendungen für die neue E-Klasse und das neue CLK-Coupe nur leicht unter Vorjahr.

Quelle: Handelsblatt

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