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Mercedes-Chef Hubbert: «Wir sind hart gelandet»

Hamburg (dpa) - Die Krise beim Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes ist nach Ansicht von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert auf zu großen Ehrgeiz zurückzuführen.

Hamburg (dpa) - Die Krise beim Formel-1-Rennstall McLaren-Mercedes ist nach Ansicht von Mercedes-Chef Jürgen Hubbert auf zu großen Ehrgeiz zurückzuführen.

«Wir hatten uns für diese Saison einen Quantensprung vorgenommen, wollten Ferrari von Anfang an Paroli bieten - und sind hart gelandet», gestand Hubbert in einem Interview mit der «Bild»-Zeitung. «Wir haben sowohl beim Fahrzeug als auch beim Motor Extremes ausprobiert. Das hat sich als Fehler herausgestellt.» Sie hätten früh gewusst, dass sie große Probleme bekommen würden, «weil Theorie und Praxis nicht übereinstimmten. Dass es so schlimm wird, haben wir allerdings nicht erwartet.»

Auch der von Mercedes gebaute Motor sei ein großes Problem, sagte Hubbert. «Er war erst nicht leistungsstark genug. Als wir dann PS nachlegten, ging das leider auf Kosten der Haltbarkeit. Wir sind in eine Sackgasse gefahren.» Er kritisierte auch den Motor-Konstrukteur Mario Illien wegen der drei Motorschäden beim Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring: «Mario Illien hat zur Leistungssteigerung neue Kolben eingesetzt, die vorher nicht ausreichend getestet wurden. Da wäre ich gerne gefragt worden.»

McLaren-Mercedes ist nach sieben von 18 Saisonrennen mit fünf Punkten nur Sechster in der Konstrukteurs-Wertung. Im Fahrerklassement liegen der Schotte David Coulthard (4 Punkte) und der finnische Vizeweltmeister Kimi Räikkönen (1) auf den Rängen 11 und 16. Schon sieben Mal in dieser Saison schieden Coulthard und Räikkönen wegen Motoren- oder technischen Problemen an ihren Wagen vorzeitig aus. McLaren-Mercedes hat in Silverstone einen ersten Testmarathon des neuen Modells MP4-19B absolviert, der in der zweiten Saisonhälfte zum Einsatz kommen soll.

Hubbert stärkte Mercedes-Motorchef Norbert Haug, über dessen Ablösung zuletzt spekuliert worden war, den Rücken. «Ihn trifft keine Schuld. Haug kann ja keine Titel herbeireden», meinte der Mercedes-Vorstand. «Er ist und bleibt mein Mann.» Über Meldungen, der ehemalige BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger könne schon bald Haug ersetzen, könne er nur lachen, so Hubbert. Berger werde nicht für Mercedes-Benz in der Formel 1 arbeiten. «Es hat keine Gespräche über eine Zusammenarbeit gegeben.»

An ein Comeback des Finnen Mika Häkkinen, der 1998 und 1999 die letzten WM-Titel für die Silberpfeile geholt hatte, glaubt Hubbert nicht. «Ein Mercedes-Denkmal wie er könnte sofort wieder bei uns anfangen - nur ich sehe ihn nicht mehr als Fahrer.» Von dem Gedanken, dass der vor drei Jahren zurückgetretene Häkkinen bald für Williams-BMW fahre, wie seit einiger Zeit kolportiert, sei er nicht begeistert. Häkkinen sei Teil der Mercedes-Geschichte. «Ihn bei einer anderen Marke zu sehen - die Vorstellung fällt mir sehr schwer.»

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