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Mercedes-Mann Haug sieht Silberstreif

Nach der Pleite von Weltmeister Michael Schumacher beim Großen Preis von China sieht Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wieder einmal einen Silberstreif am Horizont.

dpa SCHANGHAI. Nach der Pleite von Weltmeister Michael Schumacher beim Großen Preis von China sieht Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wieder einmal einen Silberstreif am Horizont.

Obwohl der Brasilianer Rubens Barrichello mit seinem Start-Ziel-Sieg in Schanghai für eine Fortsetzung der Ferrari-Überlegenheit sorgte, war Haug nach Rang drei seines fliegenden Finnen Kimi Räikkönen hinter BAR-Honda-Pilot Jenson Button (Großbritannien) so richtig zufrieden: "Zur Saisonmitte lagen wir pro Runde noch zwei Sekunden zurück. Es war nicht damit zu rechnen, dass wir wieder so nah dran sein werden."

Im Ziel lag Räikkönen schließlich nur 1,4 Sekunden hinter dem stolzen Sieger Barrichello. "Ferrari hatte zwei Gegner, und wir waren einer von ihnen. Wir haben in der gleichen Liga gespielt", jubelte Haug. Vor den letzten zwei Rennen des Jahres in Suzuka und Sao Paulo ist der Mercedes-Mann sicher, "dass wir in die richtige Richtung arbeiten". Doch nachdem in der Formel 1 alle wichtigen Entscheidungen bereits gefallen sind, wird es die Antwort auf die Haug'sche Einschätzung erst im nächsten Jahr beim ersten Rennen der Saison in Melbourne geben.

In dieser Saison waren Räikkönen und sein schottischer Teamkollege David Coulthard in den ersten sieben Rennen sieben Mal technisch bedingt ausgefallen. Die Bilder von rauchenden Motoren und silbernen Autos neben der Strecke sorgten für Spott und Häme. Aus den Silberpfeilen wurden "Schrottpfeile". Wenn Räikkönen und Coulthard tatsächlich einmal mit Mühe das Ziel erreichten, mussten sie froh sein, überhaupt einen Punkt zu ergatterten. Statt mit Ferrari um den WM-Titel zu kämpfen, wurde Mclaren-Mercedes von BAR-Honda und Renault überholt.

Die Wende kam vor allem dank des MP4-19B. Seit seinem ersten Einsatz in Magny-Cours holte Mclaren-Mercedes in sieben Rennen 36 Punkte - nur Ferrari (86) und BAR-Honda (43) sammelten mehr. In Spa konnte Räikkönen sogar vor Michael Schumacher im Ferrari gewinnen, doch der Deutsche holte sich in Belgien seinen siebten WM-Titel. Wäre der Finne nicht weitere drei Mal mit dem neuen Auto ausgefallen, die Silberpfeile könnten noch um Platz drei im Konstrukteurs-Klassement kämpfen.

Ferrari bleibt trotz eines ungewohnt schwächelnden Weltmeisters das Maß aller Dinge. In Schanghai sprang Barrichello in die Bresche für den Champion, der nur auf Platz zwölf fuhr. "Barrichello macht uns den Schumacher", schrieb die Zeitung "La Repubblica" am Tag danach. Sah "Rubinhos" Erfolg zwei Wochen zuvor in Monza noch wie ein Sieg von Schumachers Gnaden aus, war der Erfolg bei der Grand-Prix- Premiere in China makellos. "Er hat ein perfektes Rennen gefahren", lobte Ferrari - und Fiat-Chef Luca di Montezemolo. "La Stampa" krönte den Brasilianer sogar: "Barrichello ist der Kaiser von Schanghai." Und die "La Gazzetta dello Sport" lobte: "Bravo Barrichello".

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