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Mercedes und BMW: Grabenkämpfe statt Harmonie

Nürburgring (dpa) - Ausgerechnet beim Heimspiel auf dem Nürburgring haben sich die deutschen Formel-1-Hauptdarsteller bis auf Michael Schumacher nicht mit Ruhm bekleckert. Bei McLaren-Mercedes flogen kurz vor dem 70. Jahrestag der Begründung des Silberpfeil- Mythos die Motoren in die Luft.

Nürburgring (dpa) - Ausgerechnet beim Heimspiel auf dem Nürburgring haben sich die deutschen Formel-1-Hauptdarsteller bis auf Michael Schumacher nicht mit Ruhm bekleckert. Bei McLaren-Mercedes flogen kurz vor dem 70. Jahrestag der Begründung des Silberpfeil- Mythos die Motoren in die Luft.

«Im Bemühen wieder an die Spitze zu kommen, gehen wir manchmal über das Limit. Der Aufholprozess geht manchmal auf Kosten der Zuverlässigkeit», sagte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug und nahm die Pannen auf seine Kappe: «Dafür sind wir zu kritisieren. Die Fahrer können nichts dafür.»

Beim anderen britisch-deutschen Team dagegen waren die Piloten am Debakel selbst schuld. Eine Woche nach dem Unfall mit Michael Schumacher in Monaco beförderte Williams-BMW-Heißsporn Juan Pablo Montoya, der im kommenden Jahr für McLaren-Mercedes fährt, seinen Teamkollegen und Vorjahressieger Ralf Schumacher schon kurz nach dem Start ins Aus. «Er fährt grundsätzlich sehr aggressiv und nah am Limit. Er war zu weit innen, hat sich verschätzt und verbremst! Aber das war natürlich keine Absicht!», sagte Ralf Schumacher, der kein weiteres Öl ins Feuer gießen wollte.

Dafür machte Schumacher-Manager Willi Weber in Sachen Vertragsverhandlungen mobil: «Ich würde Ralf einen Wechsel empfehlen. Wenn man das Team und die Ressourcen kennt, kann man sich vorstellen, was man daraus machen kann», legte er seinem Schützling einen Wechsel zu Toyota nahe. Bis zum Rennen in Silverstone (11. Juli) soll die Entscheidung gefallen sein. Für Schumacher sind Perspektiven wichtig: «Wir alle haben gedacht, dass wir dieses Jahr den Titel holen können. Aber wir sind weiter davon weg denn je.»

«Dem Michael wird es leicht gemacht, wenn die einen zusammen fahren und die anderen ausfallen», sagte Formel-1-Experte Niki Lauda. Während sich Ferrari auch am Nürburgring als verschworene Einheit präsentierte, zeigten McLaren-Mercedes und Williams-BMW, dass die Fehler im System liegen: Grabenkämpfe statt Harmonie. Im Lager der Silbernen wurde am Nürburgring bekannt gegeben, dass der von BMW abgeworbene Motormanager Werner Laurenz nicht mehr zum Formel-1-Team gehört. Bei Blau-Weiß stand der neue Technikchef Sam Michael, der Patrick Head vor dem Großen Preis von Europa abgelöst hat, erstmals im Rampenlicht. «Das war weit mehr als eine Stabübergabe», sagte BMW - Motorsportdirektor Mario Theissen.

Die Umstrukturierungen sind auf Druck der Münchner zu Stande gekommen - Williams und BMW sollen optimal verschmolzen werden. Auch Mercedes kämpft um mehr Einfluss. Doch zunächst einmal gilt es die Pleite des Wochenendes aufzuarbeiten. Nach den spektakulären Motorschäden des Wochenendes mit viel Rauch steht erst einmal Ursachenforschung an. Die Aggregate wurden noch am Sonntag nach England geflogen. «Nun müssen die richtigen Weichen gestellt werden», sagte Motorbauer Mario Illien.

Sieben Mal in dieses Saison sind die Rennwagen von Vize- Weltmeister Kimi Räikkönen und David Coulthard bereits mit Motorschaden ausgefallen. In der Teamwertung liegt McLaren-Mercedes auf Rang sechs - 101 Punkte hinter Spitzenreiter Ferrari und bereits fünf Zähler hinter dem Schweizer Privatteam Sauber. Abhilfe soll der neue Silberpfeil schaffen - falls der Motor hält. Der «MP4-19B» soll bereits am Dienstag in Silverstone seine ersten Testrunden drehen.

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