Mercedes verbessert leicht das Ergebnis
Chrysler fährt hohen Gewinn ein

Daimler-Chrysler hat im zweiten Quartal seine Erholungsfahrt fortgesetzt. Vor allem die angeschlagene amerikanische Pkw-Tochter Chrysler hat ein gutes Ergebnis erwirtschaftet. Der fünftgrößte Automobilkonzern hat deshalb seine Ergebnisprognose für dieses Jahr deutlich angehoben.

STUTTGART. Daimler-Chrysler kommt mit der Sanierung seiner Sorgenkinder gut voran. Das belegt das Ergebnis des zweiten Quartals 2002. Der Autokonzern weist einen Betriebsgewinn von 1,9 Mrd. Euro aus und liegt damit weit über den Erwartungen der Analysten. Sie haben nur 1,3 Mrd. Euro Gewinn gerechnet. Für große Überraschung sorgte dabei das gute Abschneiden der US-Tochter Chrysler mit einem Betriebsgewinn von 788 Mill. Euro. Dennoch konnte die Aktie des Automobilkonzerns am Donnerstag nicht profitieren.

Das gute Abschneiden im zweiten Quartals hat Konzern-Chef Jürgen Schrempp ermutigt, seine Jahresprognose anzuheben. Er erwartet jetzt ein Betriebsergebnis, das "deutlich höher sein wird als das Dreifache" des Vorjahres. Bisher stellte er nur deutlich mehr als das Zweifache in Aussicht. Nach Schrempps neue Prognose dürfte der Konzern am Jahresende deutlich mehr als 4,05 Mrd. Euro Betriebsgewinn ohne Einmaleffekte verdient haben.

Ein offenbar sichtlich entspannter Schrempp schilderte in der Analystenkonferenz in vollmundigen Worten die guten Perspektiven des Konzerns. Er verwies dabei auf ein ungeheures Feuerwerk an neuen Modelle, die derzeit im Konzern entwickelt würden.

Analysten versuchten am Donnerstag vor allem nach Erklärungen für das gute Abschneiden von Chrysler. "Ich kann mir den Gewinn nicht erklären", sagte Michael Raab vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Ihn erstaunt die gute Gewinnmarge pro verkauftem Fahrzeug von 4,8 %. "Sie müssen auf der Kostenseite sehr gut gewesen sein", vermutete der Analyst.

Frank Biller von der Baden Bank-Württembergischen bezeichnete das Konzernergebnis für das zweite Quartal "als bombig". Schrempp müsse sehr sicher für das zweite Halbjahr sein, wenn er seine Prognose so stark anhebe. Biller ist überzeugt, dass der Konzern weiterhin sehr konservativ bilanziert. Der Konzern könne sich keine Fehlprognosen mehr leisten.

Der Stuttgarter Automobilkonzern sieht die Risiken für das zweite Halbjahr insbesondere in dem schwierigen nordamerikanischen Markt. Finanzchef Manfred Gentz rechnet bei Chrysler mit geringeren Produktionszahlen als im ersten Halbjahr. Trotz des massiven Wettbewerbs, angeheizt durch den Marktführer Generals Motors, rechnet der Konzern mit einem Gewinn für Chrysler auch im zweiten Halbjahr. Das bedeutet, dass Chrysler eine Mrd. Euro Betriebsgewinn erwirtschaften könnte. Abgezogen werden müssen allerdings davon auch in diesem Jahr Sanierungsaufwendungen. Bisher sind für Chrysler 688 Mill. Euro verbucht worden.

Überrascht hat der Konzern im zweiten Quartal aber auch mit dem guten Abschneiden der Nutzfahrzeug-Sparte. Der zweite Sanierungsfall des Konzern, die amerikanische Nutzfahrzeug-Tochter Freightliner, hat schon jetzt die Gewinnschwelle erreicht. Damit konnte auch die Sparte bei leicht gestiegenen Umsätzen in die Gewinnzone zurückkehren. Der Betriebsgewinn für die Nutzfahrzeuge beträgt 32 Mill. Euro ausweisen.

Der Nutzfahrzeugmarkt bleibt aber weltweit weiterhin sehr schwierig. Gentz hat deshalb für die Sparte die Gewinnprognose nicht angehoben. Denn Freightliner profitiert derzeit von einer Sonderkonjunktur, die spätestens im vierten Quartal vorbei sein wird. Am 1. Oktober werden in den USA die Abgasvorschriften verschärft, so dass viele Kunden ohnehin geplante Käufe vorziehen.

Auch die Sparte Mercedes-Benz Pkw und Smart konnte ihre nun schon lange währende Erfolgsfahrt fortsetzen. Die Nobelmarke des Konzern gewann im zweiten Quartal weitere Marktanteile dazu. Der Umsatz stieg allerdings schneller als der Betriebsgewinn, der nur marginal zulegte. Das dritte Problemkind Mitsubishi Motors, an dem der Konzern mit gut 37 % beteiligt ist, hat das Ergebnis im zweiten Quartal ebenfalls nicht mehr belastet.

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