Mercedes verkauft den in den USA gebauten Geländewagen bisher vor allem in Nordamerika gut
Neue M-Klasse hat an Qualität zugelegt

Die M-Klasse von Mercedes hat, was die Absatzzahlen betrifft, von Beginn an die Erwartungen übertroffen. In der Qualität allerdings kann der Geländewagen erst jetzt überzeugen.

pha LEIPZIG. Manche Autos bekommen erst im zweiten Anlauf das, was man von ihnen auf Grund ihrer Herkunft und ihres Ansehens bereits von Beginn an erwartet hätte.

Die M-Klasse der Daimler-Chrysler-Marke Mercedes ist so ein Fall. Weit unter dem ansonsten hohen Qualitätsniveau rollte der erste Offroader des Hauses aus der neuen US-Fabrik in Tuscaloosa auf den Markt. Zunächst auf den amerikanischen, wo die Qualitätsansprüche nicht so ausgeprägt sind und der "Stern" eine alles überstrahlende Anziehungskraft ausübt.

Nun kann nicht alles von Anfang an so sein, wie man es sich wünscht, aber Stoßfänger und Außenspiegel aus nacktem Kunststoff, schmale 16-Zoll-Räder in der Basisversion, eine Materialwahl wie beim Japaner und eine Verarbeitung, die eines Mercedes nicht würdig war, ließen mitunter Zweifel daran aufkommen, ob US-Werker überhaupt Autos in Mercedes-Qualität bauen können.

Sie können, wie sich jetzt bei der ersten großen Modellaufwertung der M-Klasse zeigt, nur hat es etwas länger gedauert. Ziemlich genau vier Jahre, in denen sich der Mercedes-Geländewagen - ungeachtet der anfänglichen Defizite - zum Erfolgstyp entwickelte. Aus den ursprünglich prognostizierten 35 000 Autos pro Jahr wurden schnell 60 000, und im letzten Jahr stieg die Zahl der Verkäufe sogar auf über 100 000 Einheiten.

Die M-Klasse des Modelljahrgangs 2002 unterscheidet sich bereits auf den ersten Blick wohltuend von ihrem Vorgänger. Die neu gestalteten Stoßfänger an Front- und Heckpartie betonen den kraftvollen Charakter des Mercedes-Allradlers noch stärker, während die neuen Scheinwerfer in Klarglasoptik sowie die aerodynamisch geformten Außenspiegel mit den integrierten Blinkleuchten zusätzliche Eleganz in das Erscheinungsbild bringen. Vor allem aber sind alle Karosserieanbauteile nun endlich in Wagenfarbe lackiert, was der M-Klasse ihrem Status entsprechend eine höhere Wertanmutung mit gibt.

Desgleichen im Interieur. Hier macht eine neu gestaltete Mittelkonsole mit serienmäßigen Holzapplikationen auf sich aufmerksam. In sie ist eine ähnliche Klimaregelung integriert wie sie der neue SL bietet. Überdies wurden für das neuere Modell weichere wie aufwendigere Oberflächenmaterialien eingesetzt, so dass nun auch hinter dem Steuer der Eindruck entsteht, in einem Oberklassegeländewagen zu sitzen.

Grundausstattung hat sich verbessert

Die technische Ausstattung hat ebenso eine deutliche Aufwertung erfahren. Klimaautomatik und zusätzliche, großflächige Seitenairbags gehören nun bei allen Modellen zur Grundausstattung. Mit ihrem elektrisch gesteuerten Allradantrieb 4ETS bot die M-Klasse bereits in der Vergangenheit hervorragende Qualitäten abseits befestigter Straßen. Das nochmals überarbeitete System steigert ein weiteres Mal die Traktionsfähigkeit des Mercedes M auch in schwerem Gelände.

Viel wichtiger allerdings war die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit auf befestigten Straßen, was den Fahrkomfort angeht. Hier setzt derzeit der BMW X5 Maßstab. Bald kommen weitere, leistungsstarke Wettbewerber von Porsche und Volkswagen hinzu. Denen bietet Mercedes nun mit zwei neuen Triebwerken der Extraklasse die Stirn. Beide haben acht Zylinder. Der eine wird mit Benzin, der andere mit Diesel betrieben. Beide sind bekannt aus der S-Klasse. Der Fünf-Liter-V8-Benziner leistet 292 PS und löst den 20 PS schwächeren 4,3-Liter-V8-Motor ab. Dafür kommt der vorzügliche Acht-Zylinder-Turbodiesel hinzu, dessen 250 PS, mehr aber noch das gewaltige Drehmoment von 560 Newtonmeter geradezu die ideale Antriebsalternative in der M-Klasse darstellt. Schnell (213 km/h) und sparsam (10,8 l) zugleich ist hier eine Traumkombination gelungen. Die dürfte den zukünftigen Besitzern besondere Freude an ihrer neuen M-Klasse bereiten.

Allerdings gehen solche Aufwertungsmaßnahmen ganz schön ins Geld. Beide Acht-Zylinder-Varianten stehen mit 113 438 DM in der Preisliste, verlangen also nach einer ordentlich gefüllten Brieftasche. Wer weniger ausgeben möchte, kommt aber ebenso in den Genuss einer M-Klasse-Offerte. Für 75 096 DM gibt es den Turbodiesel ML 270 CDI (163 PS) mit fünf Zylindern als Einstiegsvariante. Der sehr angenehme ML 320 kostet auch "nur" 83 490 DM und hat einen 218 PS starken Sechszylinder-Benzinmotor unter der Haube.

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