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Merck übertrifft Ergebnisprognosen im ersten Quartal

Den Angaben zufolge stieg das operative Ergebnis im Auftaktquartal binnen Jahresfrist um 17,1 Prozent auf 212 Millionen Euro und lag damit über den Analystenschätzungen, die im Schnitt auf 194,7 Millionen Euro gelautet hatten.

Reuters DARMSTADT. Umsatzzuwächse in allen vier Konzernsparten haben dem Darmstädter Pharmakonzern Merck KGaA im ersten Quartal einen über den Analystenerwartungen liegenden Gewinnanstieg im operativen Geschäft beschert. "Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis, in denen die Qualität und der innovative Charakter unserer Produkte, von Pharma bis Chemie, zum Ausdruck kommt", teilte Merck-Chef Bernhard Scheuble in einer Pressemitteilung mit. Für das Gesamtjahr bekräftigte Merck frühere Prognosen eines zweistelligen Ergebniswachstums. Grund sei eine anhaltend gute Geschäftsentwicklung. Ferner kündigte Merck eine Zusammenarbeit mit der kanadischen Biotechfirma Biomira in der Krebstherapie an. "Auf den ersten Blick sind die Zahlen positiv und übertrafen die Erwartungen," sagte Susannne Albrecht, Pharmanalystin bei der Bankgesellschaft Berlin. Die Aktie der Merck legte an der Börse bis zum späten Nachmittag um 4,03 Prozent auf 41,83 Euro zu.

Den Angaben zufolge stieg das operative Ergebnis im Auftaktquartal binnen Jahresfrist um 17,1 Prozent auf 212 Millionen Euro und lag damit über den Analystenschätzungen, die im Schnitt auf 194,7 Millionen Euro gelautet hatten. Der Umsatz sei um zwölf Prozent auf 1,7783 Milliarden Euro gestiegen. Experten hatten mit Umsatzerlösen von 1,746 Milliarden Euro gerechnet. Das Ergebnis nach Fremdanteilen habe sich allerdings auf Grund hoher Sondereinnahmen im Vorjahreszeitraum um 18,7 Prozent auf 88,9 Millionen Euro vermindert. Hier hatten Analysten im Schnitt mit 79,6 Millionen Euro gerechnet.

In den ersten drei Monaten 2000 hatte Merck seine Bracco-Kontrastmittelgeschäfte abgegeben und insbesondere daraus außerordentliche Erträge von 70 Millionen Euro verbucht. Im ersten Quartal 2001 verzeichnete Merck hingegen keine Sondererträge, was sich auf das Ergebnis nach Fremdanteilen auswirkte. Vor Sondermaßnahmen habe sich das Ergebnis um 16 Prozent erhöht, hieß es weiter. Die Umsatzrendite bezifferte Merck für das Auftaktquartal auf 11,9 Prozent nach 11,4 Prozent im ersten Quartal 2000.

"Die größte Frage für uns ist das Timing für Generika bei Glucophage."

Ausblickend sagte Konzernchef Scheuble auf einer Telefonkonferenz am Nachmittag: "Die größte Frage für uns ist das Timing für Generika bei Glucophage." Bislang habe Merck aber noch keine Nachahmerprodukte für sein Diabetes-Kern-Medikament verzeichnet. Falls generischer Wettbewerb später als Sommer einsetze, könne mit positiven Überraschungen bei den Zahlen gerechnet werden. Merck ist gegenwärtig dabei Patienten zu dem Nachfolgeprodukten Glucophance und Glucophage XR zu bewegen. Falls noch im Sommer Wettbewerb durch Generika einsetze, werde Merck noch immer nahe an das Ziel herankommen, im Jahr rund 80 Prozent der Patienten zu den Nachfolgeprodukten zu bewegen, sagte Scheuble. Merck ist Weltmarktführer bei der Behandlung der Typ-2- oder Altersdiabetes. Der Patentschutz für Glucophage lief im September 2000 aus. Mit Glucophage hatte Merck 2000 weltweite Umsätze von rund zwei Milliarden Euro erzielt.

In der Pharma verzeichnete Merck im Quartal insgesamt einen Umsatzanstieg von 9,5 Prozent. Die Arzneimittelgeschäfte trugen dabei im Quartal 43 Prozent zum Umsatz und 54 Prozent zum operativen Ergebnis des Konzerns bei. Merck erwirtschaftet gegenwärtig etwa zwei Drittel seiner Umsätze im Geschäft mit pharmazeutischen Produkten. Bei den Produkten zur Diabetes-Behandlung, einem Kerngeschäft des Unternehmens, legten die Umsätze um 36 Prozent auf 653 Millionen Euro zu. Dabei habe Merck in den USA bei Medikamenten aus der Glucophage-Gruppe - Glucophage, Glucovance, Glucophage XR - rund 40 Prozent der Neuverschreibungen erreicht.

Die Spezialchemie habe 16 Prozent zum Umsatz und 31 Prozent zum operativen Ergebnis beigetragen, hieß es weiter. Merck ist Weltmarktführer bei Flüssigkristallen für Notebooks und LCD-Bildschirmen in der Computerbranche. Hier hätten im Quartal gute Geschäfte mit Monitoren und Notebooks die sinkende Nachfrage bei Mobiltelefonen ausgeglichen, hieß es. Der Umsatz bei den Elektronikchemikalien sei auf Grund hoher Nachfrage der Halbleiterbranche um 28 Prozent gestiegen.

Zusammenarbeit mit Biomira

Merck kündigte ferner mit dem kanadischen Biotech-Unternehmen Biomira eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Vermarktung zweier Krebsimpfstoffe an. Bei erfolgreicher Vermarktung der Arzneien habe die Vereinbarung einen Wert von über 150 Millionen Dollar. Bei den Medikamenten handelt es sich den Angaben zufolge um Impfstoffe gegen Brustkrebs sowie gegen Lungenkrebs. Biomira erhalte zunächst Vorauszahlungen sowie eine Kapitalbeteiligung. Zudem sei das kanadische Unternehmen am Umsatz beteiligt. Die Entwicklungskosten in Nordamerika würden geteilt. Die Herstellung erfolge durch Biomira, die klinische Entwicklung und Vermarktung außerhalb Nordamerikas durch Merck.

In den USA würden beide Partner die beiden Mittel gemeinsam vermarkten, was für Merck durch die im vergangenen Jahr gegründete US-Tochter EMD Pharmaceuticals vorgenommen werde. Außerhalb der USA, mit Ausnahme von Israel, Palestina, und Kanada halte Merck die Exklusivrechte für Entwicklung und Vermarktung. Merck ist gegenwärtig dabei, seine noch junge Krebssparte weiter auszubauen und auch auch seine Präsenz in den USA zu stärken.

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