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Merck übertrifft im 3. Quartal Erwartungen - Prognose präzisiert

Die Darmstädter Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck Kgaa hat im dritten Quartal ohne die verkaufte Laborsparte VWR Umsatz und Gewinn teils deutlich gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

dpa-afx DARMSTADT. Die Darmstädter Pharma- und Spezialchemiegruppe Merck Kgaa hat im dritten Quartal ohne die verkaufte Laborsparte VWR Umsatz und Gewinn teils deutlich gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Zugleich präzisierte das im MDax gelistete Unternehmen seinen Ausblick für das laufenden Jahr. Zudem hat Merck die weltweiten Entwicklungs- und Vertriebsrechte für den selbst entwickelten 5ht2a-Antagonisten EMD 281 014 auf Eli Lilly & Co. übertragen.

Merck steigerte den Umsatz um 7,2 Prozent auf 1,352 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis um 42,2 Prozent auf 214 Mill. Euro kletterte. Der Überschuss erhöhte sich um 43 Prozent auf 115,6 Mill. Euro, teilte Merck am Mittwoch vor Börseneröffnung mit. Acht von dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt einen Umsatz von 1,353 Mrd. Euro erwartet. Den operativen Gewinn sahen die Analysten bei 180,56 Mill. Euro, während der Überschuss nach Anteilen Dritter bei 96,55 Mill. Euro vorausgesagt wurde.

Händler Erwarten Positive Signale VON Zahlen

Die Quartalszahlen der Darmstädter sind laut Händlern besser als erwartet ausgefallen. Besonders das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) liege mit 211,9 Mill. Euro deutlich über den Prognosen, sagte ein Aktienhändler am Mittwoch.

Den Ausblick für 2004 präzisierte Bernhard Scheuble, Vorsitzender der Geschäftsleitung: Wegen der erwarteten Steigerung des operativen Ergebnisses, der Erlöse aus der Veräußerung der Laborsparte VWR und der Beteiligung an Biomet-Merck sowie des verbesserten Finanzergebnisses und der besseren Steuerquote rechnen die Darmstädter mit einem Überschuss, der 2004 um mehr als 150 Prozent wachsen könnte. Das Umsatzwachstum soll im soliden einstelligen Prozentbereich zulegen. Beim operativen Geschäft rechnet Scheuble nun mit einem hohen einstelligen Anstieg, zuvor wurde ein Plus im einstelligen Prozentbereich erwartet.

Flüssigkristalle: Wachstum Schwächt Sich AB

Merck profitierte erneut von dem robusten Geschäft mit Flüssigkristallen, dessen Wachstum sich jedoch im Vergleich zu den Vorquartalen leicht abschwächte. Im Berichtszeitraum legte das zur Chemiesparte gehörende Geschäft um 18,3 Prozent auf 142,1 Mill. Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Währungseffekte schmälerten den Umsatz um sechs Prozent, teilte Merck mit.

Der Umsatz der Flüssigkristalle werde sich analog der für diesen Industriezweig gegenwärtig prognostizierten jährlichen Wachstumsrate von mindestens 30 Prozent entwickeln, sagte Merck. Flüssigkristalle werden etwa bei Handy-Displays, Computer- und Fernsehbildschirmen sowie Notebooks eingesetzt. Merck hatte in diesem Bereich im ersten Quartal noch ein Plus von 61 Prozent und im zweiten von 71 Prozent verbucht.

In der von Patentabläufen geschwächten Pharmasparte profitierte Merck von dem gestiegenen Umsatz mit dem Krebsmedikament Erbitux. Der neue Hoffnungsträger erreichte im dritten Quartal einen Umsatz von 25 Mill. Euro. Erbitux soll in Zukunft die Ausfälle bei den Diabetes-Produkten auffangen. Erbitux werde die ursprüngliche Prognose eines Gesamtjahresumsatzes von 40 bis 50 Mill. Euro mühelos übertreffen, sagte Scheuble. Ende Juni war Erbitux für die Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs in der Europäischen Union (EU) zugelassen worden. Die Lizenzrechte zur Erbitux-Vermarktung außerhalb der USA hat Merck 1998 von Imclone Systems Inc. erworben. In Japan wird das Medikament von beiden Unternehmen gemeinsam und in den Vereinigten Staaten von Imclone und Bristol-Myers Squibb vertrieben.

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