Merck und IBM belasten Dow
Sorgen um Bilanzen drücken US-Börsen

Sorgen um die Bilanzpraktiken von US-Unternehmen und die Entwicklung der Firmengewinne haben den US-Börsen zum Handelsschluss am Freitag ein kräftiges Minus beschert.

Reuters NEW YORK. Belastet hätten vor allem Kursverluste bei den Aktien des Pharmaunternehmens Merck und des Computerkonzerns IBM, sagten Händler. Der S&P-Index fiel unter die psychologische Marke von 1000 Punkten.

Der Dow-Jones-Index fiel bis zum Handelsschluss um 1,89 Prozent auf rund 9253,79 Zähler, der Nasdaq-Index verlor 1,63 Prozent auf 1440,94 Punkte. Der breiter gefasste S&P-Index rutschte 1,71 Prozent auf 989,13 Punkte ab. "Die Erwartung setzt sich langsam durch, dass die Wachstumsrate des ersten Quartals im zweiten Vierteljahr nicht mehr ereicht werden könnten, und es gibt eine Vertrauenskrise", sagte Alan Kral von Trevor Stewart Burton & Jacobsen. "Packen wir dieses Dinge zusammen mit dem politischen Risiko und der Dollarschwäche: die Liste von Dingen, die den Markt belasten, ist endlos."

"Hexensabbat" löst Kursschwankungen aus

Händler sagten jedoch, angesichts des dreifachen Verfallstermins ("Hexensabbat") habe es starke Kursschwankungen gegeben. Am so genannten "Hexensabbat", jedem dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember, verfallen gleichzeitig die Optionen und Futures auf Aktienindizes und Optionen auf einzelne Aktien. Die Märkte reagieren darauf in der Regel mit hohen Umsätzen und stark schwankenden Kursen.

Die Aktien des US-Pharmakonzerns und Dow-Wertes Merck büßten rund 4,25 Prozent auf 49,98 Dollar ein. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, die Merck Merck-Medco-Tochter habe ihre Umsatzzahlen künstlich aufgebläht. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

IBM-Aktie gab nach

Die Titel des Computerkonzerns IBM gaben um rund vier Prozent auf 68,75 Dollar nach und drückten damit nach Händlerangaben ebenfalls die Standardwerte. Die SoundView Technology Group hatte zuvor ihre Gewinnschätzung für IBM für das zweite Quartal sowie für die Geschäftsjahre 2002 und 2003 gesenkt. Die US-Investmentbank Lehman Brothers hatte ebenfalls am Freitag ihre Gewinnprognosen für den Konzern für das laufende und das kommende Geschäftsjahr reduziert. Die Auswirkungen der niedrigeren Ausgaben für Hochtechnologie würden nur teilweise durch den Verkaufsgewinn der IBM-Festplattensparte aufgewogen, hieß es von Lehman zur Begründung.

Die Titel der Amdocs Ltd brachen um rund 41 Prozent auf 8,60 Dollar ein. Das in den Bereichen Telekommunikations-Software und-Dienstleistungen tätige Unternehmen hatte zuvor seine Gewinnerwartungen gesenkt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,82 Milliarden Aktien den Besitzer. 1378 Werte legten zu, 1805 gaben nach und 207 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,91 Milliarden Aktien 1668 im Plus, 1748 im Minus und 255 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 6/32 auf 100-27/32. Sie rentierten mit 4,761 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten um 14/32 auf 99-21/32 und hatten eine Rendite von 5,397 Prozent.

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