Merkel auf der Hannover Messe
Merkel: „Was macht das Ding genau?“

Die Eröffnung der weltgrößten Industriemesse gehört zum Pflichtprogramm eines jedes Bundeskanzlers. Auch Angela Merkel wittert ihre Chance: Sie verbessert mit ihrem Besuch nicht nur das Image deutscher Firmen, sondern auch ihr Profil als Wirtschaftskanzlerin.

HANNOVER. Neugierig blickt Angela Merkel auf den rechteckigen blaugrauen Kasten vor ihr. Wortreich und mit allerlei Fachbegriffen versucht ihr ein Siemens-Manager zu erklären, wozu der Apparat genau dient. "Und was macht das Ding genau?", hakt Merkel nach. Erst als Siemens-Chef Klaus Kleinfeld ihr erklärt, dass sie gerade die Automatisierungszentrale einer ganzen Fabrik vor sich hat, ist sie zufrieden. "Dafür sieht es ja sehr einfach aus." Dann strahlt die Kanzlerin in die Kameras. Denn sie weiß, wozu der Rundgang auf der Hannover Messe dient. Sie soll mit ihrer Prominenz ein wenig Aufmerksamkeit auf innovative deutsche Firmen lenken. Die Eröffnung der weltgrößten Industriemesse gehört zum Pflichtprogramm jedes Bundeskanzlers. Für Merkel ist es die Premiere.

Geduldig stellt sie sich deshalb für Fotografen mal neben eine riesige Windkraftanlage, mal posiert sie mit Industriesteckern, mal schüttelt sie einem Roboterarm die Metallhand. Das soll auch ihren Gast beeindrucken, der meist stumm neben ihr steht - den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh. Mit der Auswahl der Firmen kann man zudem ein wenig Politik machen - deshalb besucht Merkel etwa etliche Energiefirmen, weil das Thema Konjunktur hat.

Die fordernde, sie lautstark dirigierende Menge der Fotografen, der Trubel mit seinem PR-Charakter, das alles gilt eigentlich nicht gerade als Lieblingsbeschäftigung einer Kanzlerin, die eher die Arbeit im Kleinen schätzte. Doch ausgerechnet auf Gerhard Schröders Heimatboden in Hannover demonstriert Merkel, wie routiniert sie mittlerweile auch solche Wirtschaftstermine abspulen kann.

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