Merkel ist zur Kanzlerkandidatur bereit: Chronologie: Der Streit um die Kanzlerkandidatur

Merkel ist zur Kanzlerkandidatur bereit
Chronologie: Der Streit um die Kanzlerkandidatur

Seit der verlorenen Bundestagswahl 1998 wird in der Union über einen geeigneten Kanzlerkandidaten und über den Zeitpunkt der Nominierung diskutiert.

dpa HAMBURG. Die Diskussion spitzte sich im Laufe der Zeit auf Angela Merkel, die im April 2000 CDU-Chefin wurde, und den bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber zu.

16. Januar 1999: Nach seiner Wahl zum CSU-Chef erklärt Stoiber zur Kandidatenfrage: "Das Spiel ist gerade erst angepfiffen ... Die Frage entscheiden wir zehn Minuten vor Spielende."

18. November 2000: Stoiber schließt zum Abschluss eines CSU - Parteitages eine Kanzlerkandidatur für sich noch definitiv aus.

21. November 2000: Spekulationen, CDU und CSU hätten sich intern schon auf Merkel geeinigt, werden zurückgewiesen. Stoiber: Erst im Frühjahr 2002 soll aus der Situation heraus der geeignetste Kandidat gekürt werden. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel: "Es gibt keine einseitigen Zugriffsrechte."

31. Dezember 2000: Stoiber sagt in einem Interview: "Über die Kanzlerkandidatur entscheidet die Union gemeinsam Anfang 2002 danach, wer die größten Chancen als Herausforderer von (Bundeskanzler) Gerhard Schröder (SPD) hat."

Februar 2001: CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz empfiehlt sich als möglicher Kandidat. CSU-Generalsekretär Goppel erklärt, das sei das erste Mal, "dass das Echo vor dem Ruf kommt". Merz verzichtet später.

11. Juli 2001: Stoiber in einem Interview: "Ich strebe keine neuen Ämter an. Daraus ergibt sich schon sehr, sehr viel."

12./13. Oktober 2001: Merkel und Stoiber rufen beim CSU-Parteitag in Nürnberg demonstrativ zur Geschlossenheit auf. Stoiber wird mit 96,6 Prozent als CSU-Chef bestätigt. Eine Rede Merkels wird von den Delegierten wenig beachtet.

21./22. Oktober 2001: Das Wahldebakel der CDU in Berlin bringt den verabredeten Zeitplan (Frühjahr 2002) erneut ins Wanken. Der Vorsitzende der nordrhein-westfälischen CDU-Landesgruppe, Norbert Lammert, fordert eine vorgezogene Entscheidung. CDU-Führungsgremien und Stoiber sind strikt dagegen.

23. Oktober 2001: Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) erklärt zum Zeitplan: "Das ist kein Dogma und schon gar nicht etwas, das Verfassungsrang hat."

31. Oktober 2001: Ex-Partei- und Fraktionschef Wolfgang Schäuble wird von CSU - Landesgruppenchef Michael Glos als dritter möglicher Bewerber ins Spiel gebracht. Schäuble schweigt.

10. November 2001: Die in Umfragen hinten liegende Merkel punktet mit einer kämpferischen Rede auf dem CDU-Landesparteitag in Baden- Württemberg. Die Südwest-CDU fordert dennoch eine schnellere Festlegung des Kandidaten.

3./4. Dezember 2001: Merkel und Stoiber bekräftigen vor dem CDU - Parteitag in Dresden, dass am Zeitplan für die Kandidatenkür festgehalten wird.

8. Dezember 2001: Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten haben mehrere CDU-Landeschefs und Ministerpräsidenten am Rande des Parteitags vereinbart, Merkel zu Gunsten Stoibers zum Verzicht zu bewegen. Sie solle stattdessen den Fraktionsvorsitz im Bundestag bekommen. Die Genannten dementieren.

10. Dezember 2001: Meldungen über einen "Geheimplan" der CSU, Stoiber Anfang Januar in Wildbad Kreuth zum Kanzlerkandidaten auszurufen, werden von Landesgruppenchef Glos als "reine Spekulation" zurückgewiesen.

17. Dezember 2001: Der Berliner "Tagesspiegel" zitiert Merkel mit dem angeblich vor norddeutschen CDU-Abgeordneten gesprochenen Satz: "Ich weiß, dass Edmund Stoiber es werden will. Aber ich will es auch". Merkel sagt wenige Tage später: "Ich dementiere das nicht." 28. Dezember 2001: "Der Spiegel" zitiert Merkel mit der Bemerkung, die deutsche Gesellschaft sei "im Grundsatz" reif für eine Kanzlerin.

2. Januar 2002

: CSU-Landesgruppenchef Michael Glos sagt, es sei richtig, die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur "noch im Januar abzuschließen". Stoiber wolle sich während der am 7. Januar beginnenden Klausur der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth Anfang zur Frage der Kanzlerkandidatur äußern.

5. Januar: Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sollen alle maßgeblichen CDU-Landeschefs mit Ausnahme des Nordrhein-Westfalen Jürgen Rüttgers eine Kandidatur Stoibers stützen. Merkel erklärt in der "Welt am Sonntag" erstmals öffentlich: "Ich bin bereit zu einer Kanzlerkandidatur."

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