Merkel und Stoiber steigern sich
Umfrage: SPD verliert weiter

Mit der SPD, ihrem Vorsitzenden und Kanzler Gerhard Schröder und seinen Ministern für Arbeit und Finanzen geht es in den Umfragewerten weiter bergab. Nach Angaben des ZDF-Politbarometers vom Freitag würden nur noch 31 Prozent der Deutschen die Sozialdemokraten wählen, sollte an diesem Sonntag Bundestagswahl sein - ein Prozentpunkt weniger als Anfang des Monats.

HB/dpa BERLIN. Die desolate Finanzsituation in Deutschland und die kritische Lage auf dem Arbeitsmarkt haben zudem Schröder und die Fachminister Hans Eichel und Wolfgang Clement (beide SPD) erneut Sympathien gekostet. Die Union blieb dagegen konstant bei 46 Prozent, die Unionsspitzen Angela Merkel (CDU) und Edmund Stoiber (CSU) stiegen in der Beliebtheit der Befragten.

Wenn am Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würde im Vergleich zu Anfang Mai allein die SPD verlieren. Alle anderen im Bundestag vertretenen Parteien blieben konstant, CDU/CSU bei 46 Prozent, die Grünen bei 9, die FDP bei 6 und die PDS bei 4 Prozent. Einen Prozentpunkt gewinnen laut Politbarometer die sonstigen Parteien hinzu. Sie kommen nun auf 4 Prozent.

Joschka Fischer führt Lise an

Die Liste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland führt nach wie vor Außenminister Joschka Fischer (Grüne) an. Auf einer Skala von +5 bis-5 erreichte er 2,0. Platz zwei belegt mit 0,5 Arbeitsminister Clement, der aber im Vergleich zur jüngsten Umfrage 0,2 Punkte einbüßte. Ebenfalls 0,2 Punkte verlor Finanzminister Eichel, der diesmal auf-0,7 kam und damit FDP-Chef Guido Westerwelle vom letzten Platz verdrängte. Kanzler Schröder belegt Platz 8 (-0,3) und fiel damit hinter CDU-Chefin Merkel zurück, die sich um 0,1 auf minus 0,2 verbesserte. CSU-Chef Stoiber blieb auf dem 5. Platz, konnte seinen Beliebtheitswert jedoch von minus 0,1 auf 0,0 verbessern.

Rund zwei Drittel der Deutschen sind der Befragung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen zufolge der Meinung, dass die allgemeine wirtschaftliche Lage schlecht ist. Nur 3 Prozent halten sie für gut. Eine Erhöhung der Tabaksteuer um einen Euro pro Packung Zigaretten wird von 62 Prozent der Befragten unterstützt, 36 Prozent sind dagegen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer fänden dagegen nur 24 Prozent richtig, 75 Prozent hielten sie für falsch.

Nach wie vor sind ein Viertel der Deutschen der Meinung, dass die "Agenda 2010" von Kanzler Schröder zu weit geht. 19 Prozent sagen, die Vorschläge zur Reform der Sozialsysteme seien "gerade richtig", für 36 Prozent gehen die Vorschläge "nicht weit genug". Der Gegenentwurf der Gewerkschaften, der ein kreditfinanziertes Konjunkturprogramm vorsieht, findet nur unter 21 Prozent der Befragten Zustimmung. Die große Mehrheit (67 Prozent) ist gegen diesen Entwurf. Selbst unter Gewerkschaftsmitgliedern wird der Vorschlag mit großer Mehrheit (66 Prozent) abgelehnt. (Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte laut ZDF zwischen dem 12. und 15. Mai telefonisch 1263 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz bei den großen Parteien beträgt 2,7 Prozentpunkte, bei den kleineren 1,4 Prozentpunkte.)

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