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Merrill Lynch sind US-Chipaktien immer noch nicht "billig" genug

dpa-afx NEW YORK. Nach einer Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch steht den amerikanischen Halbleiterherstellern auch in den kommenden Monaten eine schwere Zeit bevor. Ihrer Einschätzung zufolge gibt es derzeit weiterhin keine durchschlagenden Argumente, diese Aktien zu kaufen, lautet das Fazit einer am Mittwoch in New York vorgelegten Analyse. Die Chip-Experten raten den Anlegern vielmehr, eine deutliche Erholung bei den Auftragseingängen abzuwarten, bevor Aktienpositionen aufgebaut werden.

Billiger, aber nicht billig

Die Experten widersprachen damit der in jüngster Zeit häufig geäußerten Argumentation, dass mit Blick auf das kommende Jahr 2002 die Werte derzeit günstig bewertet seien. Zwar hätten sich die meisten Aktien des Halbleitersektors in den vergangenen Wochen und Monaten verbilligt - attraktiv bewertet seien sie deshalb aber nicht. Die Analysten behalten deshalb ihre Einstufung "Neutral" für die Gesamtbranche bei.

Die Vergangenheit habe bewiesen, dass diese Aktien dazu tendieren den Gesamtmarkt ab dem Zeitpunkt der Erholung zu überflügeln, auch wenn sie dann relativ teuer geworden seien, hieß es in der Studie.

Selbst im sehr optimistischen Szenario noch kein Kauf

In einem sehr optimistischen Szenario ("Bull Case"), das deutlich über den offiziellen Gewinnprognosen des Investmenthauses liege, setzt das Analystenteam um Joseph Osha für das Jahr 2002 ein Umsatzwachstum von 31% an. Die Bank geht lediglich von einem Branchenwachstum von 15% aus. Auch auf dieser Basis kamen die Analysten immer noch zu einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 35. Auf Grundlage der offiziellen Prognosen liegt das durchschnittliche KGV bei 60.

Das durchschnittliche Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liege ebenfalls unter optimistischen Annahmen bei 5,6, auf Grundlage der offiziellen Prognosen bei 6,5. Im Vergleich zu früheren Jahren zeige dies, dass die jetzige Bewertung der US-Chipaktien alles andere als billig sei.

Bei den Einzelwerten hoben die Analysten lediglich Advanced Micro Devices Inc (AMD) positiv hervor. Beim Konkurrenten Intel Corp sei hingegen derzeit nicht klar, warum ein Anleger diese Aktie für die kommenden zwölf Monate besitzen sollte.

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