Merrill-Lynch-Umfrage unter internationalen Vermögensverwaltern
Fondsmanager halten Aktien für unterbewertet

Auf den ersten Blick scheinen die Voraussetzungen für einen globalen Aktienaufschwung so gut wie im vierten Quartal des vergangenen Jahres zu sein. Das zeigt die aktuelle Merrill-Lynch-Umfrage unter internationalen Fondsmanagern, die insgesamt 734 Mrd. Dollar verwalten.

HB/ina FRANKFURT/M. Die Umfrage wurde vom 3. bis zum 11. Oktober durchgeführt. Der optimistische Ausblick ist allerdings getrübt, denn im Gegensatz zur damaligen Situation sind die Experten skeptisch, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik tatsächlich die Realwirtschaft stimulieren kann.

Über die Hälfte der Fondsmanager hält die Aktienmärkte jetzt für überverkauft und unterbewertet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl derer, die Aktien für unterbewertet halten drastisch von 51 auf 75 %. Auf der anderen Seite haben viele Asset-Manager jedoch ihren Anlagehorizont verkürzt, so dass taktische Überlegungen einen stärkeren Einfluss auf die Anlagepolitik gewinnen.

Eine große Zahl der Vermögensverwalter ist jetzt im Aktienbereich untergewichtet. Gleichzeitig gibt jedoch die Hälfte der Befragten an, diese Positionen auf 12-Monatssicht erhöhen zu wollen. Im Gegenzug planen mehr Asset-Manager als im Vormonat September eine Verringerung ihrer Bondbestände. In den Portfolios sind die Cashquoten überdurchschnittlich hoch. Immer mehr Vermögensverwalter rechnen mit weiteren Leitzinssenkungen, immer weniger mit einer Zinswende.

In der Branchenbetrachtung sind die Sektoren Konsum, Pharma und Gesundheit sowie Rohstoffe übergewichtet. Die am stärksten vernachlässigten Branchen sind Technologie, Versorger und Telekommunikation. Als der am stärksten überbewertete Bereich gilt der Technologiesektor. Im Gegensatz dazu gelten Finanztitel als am stärksten unterbewertet.

Unter regionalen Aspekten halten die Fondsmanager die Schwellenländer auf 12-Monatssicht weiterhin für das attraktivste Anlagegebiet. Mit geringem Abstand folgen Großbritannien und die USA. Die Einschätzung der Eurolandbörsen hat sich tendenziell leicht verschlechtert. In den vergangenen Monaten gewann der britische Markt am deutlichsten an Sympathie.

Die Vermögensverwalter sehen den US-Dollar und den japanischen Yen weiterhin als überbewertet an. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Quote der Pessimisten in beiden Fällen leicht an. Der Euro gilt zwar immer noch als unterbewertet. Die Diskussion um die Stabilitätskriterien in der Gemeinschaft und die Probleme im europäischen Finanzsektor haben den Euro-Enthusiasten allerdings einen Dämpfer versetzt.

Quelle: Handelsblatt

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