Merrill-Lynch-Umfrage unter Vermögensverwaltern
Fondsmanager optimistisch für Aktien

Professionelle Anleger halten Aktien auch nach dem jüngsten Kursanstieg noch für günstig bewertet. Sie berücksichtigen Schwellenländeraktien relativ stark in ihren Portfolios, sind bei japanischen Titeln unterrepräsentiert. US-Aktien gelten ihnen weiterhin als teuer.

rez FRANKFURT/M. Professionelle Anleger halten Aktien auch nach dem jüngsten Kursanstieg noch für günstig bewertet. Sie berücksichtigen Schwellenländeraktien relativ stark in ihren Portfolios, sind bei japanischen Titeln unterrepräsentiert. US-Aktien gelten ihnen weiterhin als teuer. Das ergibt die aktuelle, monatliche Umfrage von Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanagern.

Für die jüngste Kursrally machen die 300 befragten Fondsprofis, die insgesamt ein Vermögen von 732 Mrd. US $ verwalten, die guten Quartalszahlen von US-Unternehmen wie auch das Ende des Irak- Krieges verantwortlich. "Die starken Quartalszahlen haben für die jüngste Kurserholung eine überraschend große Rolle gespielt", sagt David Bowers, Chef-Investmentstratege bei Merrill Lynch. In den Augen der befragten Fondsmanager seien die Gewinne der Firmen sowohl höher als auch von besserer Qualität als in den anderen führenden Wirtschaftsregionen. "Die USA haben den Status wieder gewonnen, den sie vor einem Jahr infolge von Corporate-Governance-Skandalen verloren hatten", sagt er.

Die Erholung der US-Firmengewinne stimmt die befragten Fondsprofis offenbar optimistischer für die internationalen Aktienmärkte: Sie erhöhten ihre Prognose für das Gewinnwachstum für international agierende Firmen in den kommenden zwölf Monaten von sechs auf 8 %. Außerdem rechnen die meisten Fondsmanager laut Merrill Lynch nun damit, dass die Volatilität der Gewinne abnimmt. Im vergangenen Monat dachten die meisten noch umgekehrt.

Wermutstropfen bleibt laut Bowers, dass eine Mehrheit in Kostensenkungen und nicht in zusätzlichen Umsätzen die Hauptursache für die Gewinnentwicklung sieht. Auch Investitionen würden zurückgehalten bis Schulden abgebaut seien, ergänzt Bowers. Dazu passe, dass die Experten für die kommenden zwölf weiterhin ein moderates nominales US-Wirtschaftswachstum von 3 % erwarteten.

Dem US-Dollar räumen die befragten Experten in den nächsten zwölf Monaten gegenüber dem Euro kaum Chancen ein. Zwar halten sie den Euro inzwischen für eher überbewertet. Doch sie wetten auf einen weiteren Kursanstieg der Gemeinschaftswährung. Die Fondsprofis begründen dies mit dem US-Haushalts- und Zahlungsbilanzdefizit.

Im Durchschnitt halten die Fondsmanager zu gut 50 % Aktien in ihren Portfolios. Den Liquiditätsanteil haben sie gegenüber April leicht auf fast 5 % erhöht,wohl um für Kursrückschläge gewappnet zu sein, meint Bowers. Langfristig jedoch räumen die meisten Aktien bessere Chancen ein als Anleihen.

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