Merrill-Lynch-Umfrage
Vermögensverwalter bleiben in der Defensive

Es fehlt nur noch der Katalysator für einen Aktienmarktaufschwung. Die allgemeinen Rahmenbedingungen jedenfalls sind so günstig wie selten in der Vergangenheit. So deuten Merrill-Lynch-Strategen die Ergebnisse ihrer monatlichen Umfrage unter internationalen Asset-Managern. Durchgeführt wurde die Umfrage unter 308 Investmentgesellschaften mit einem verwalteten Vermögen von 714 Mrd. Dollar in der Zeit vom 6. bis 13. Februar.

ina FRANKFURT/M. Die jüngsten Resultate: Die Vermögensverwalter sind extrem risikoscheu, glauben an eine starke Unterbewertung der Märkte und haben ihre Cashquoten deutlich nach oben gefahren. "Jetzt sind so viele schlechte Nachrichten in den Kursen verarbeitet, dass für eine Wende nach oben nur noch ein positiver Katalysator fehlt", sagt Merrill-Chefstratege David Bowers.

Die Einzelergebnisse sind in verschiedener Hinsicht ungewöhnlich. Zunächst ist die Quote derjenigen, die an eine Unterbewertung glauben, mit 49 % so hoch wie nie seit diese Einschätzungsfrage zum ersten Mal vor rund zwei Jahren gestellt wurde. Außerdem sind die Cashquoten auf hohe Niveaus gestiegen. Der durchschnittliche Liquiditätsanteil liegt jetzt bei knapp 5 %. Bei jenem Drittel der Asset-Manager, die Barbestände übergewichtet haben, liegt diese Quote sogar bei fast 8 %.

Die Stimmung der Investoren hat sich innerhalb eines Monats ebenfalls stark geändert. Rund zwei Drittel der Befragten sprechen jetzt von einer "überverkauften" Situation an den Aktienmärkten. Vor einem Monat war nicht einmal jeder Vierte dieser Meinung. Die aktuelle Quote liegt damit ähnlich hoch wie im Oktober vergangenen Jahres - vor dem markanten Aufschwung. Gleichzeitig verhalten sich die Investoren extrem risikoscheu. Fast jeder Zweite sagt nun, er verfolge eine Anlagestrategie, die weniger Risiko beinhalte als es seiner Benchmark entspreche.Vor einem Monat gab nur etwa jeder Dritte diese Antwort.

Regionale Favoriten bei der Aktienanlage sind schwer auszumachen - mit einer Ausnahme. Viele Vermögensverwalter halten Emerging Markets für attraktiv. Die Börsen der Schwellenländer locken nach Ansicht dieser Optimisten mit steigenden Unternehmensgewinnen und relativ günstigen Bewertungen. Der US-Aktienmarkt gilt im internationalen Kontext weiterhin als der unattraktivste.

In der Branchenbetrachtung gelten Techwerte immer noch als die am stärksten überbewerteten Titel. Die höchste Unterbewertung wird Versicherern zugebilligt, gefolgt von Energie- und Bankentiteln.

Bei der Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und der Perspektiven für die Unternehmensgewinne sind die Asset-Manager etwas vorsichtiger geworden. Die kleine Minderheit derjenigen, die die aktuelle internationale Leitzinspolitik für zu straff hält, hat leichten Zulauf erhalten.

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