Merrill Lynch und andere Investment Banken benutzen nur noch drei Einstufungen
US-Analysten vereinfachen ihre Ratingsysteme

Einige große amerikanische Investmentbanken haben Anfang der Woche ihr Rating-System umgestellt. Sie haben die Anzahl der Einstufungen reduziert und zum Teil auch Bezeichnungen geändert.

Reuters/fw NEW YORK. Diese Umgestaltungen sind eine Reaktion auf die Kritik, die Geldhäuser hätten zu positive Ratings herausgegeben, um damit ihren Firmenkunden einen Gefallen zu tun. Merrill Lynch kennt künftig nur noch die drei Kategorien "buy", "neutral" und "sell", also Kaufen, neutral und Verkaufen. Vorher hatte Merrill häufig zum Beispiel das Urteil "strong sell" abgegeben. CSFB stuft Aktien jetzt mit "outperform", "neutral" und "underperform" ein. Ganze Sektoren werden hingegen mit "overweight", "market weight" oder "underweight" benotet. Also auch hier nur noch ein dreistufiges System. Bear Stearns reduziert ebenfalls seine bisher fünf Stufen. Aktien werden jetzt mit "outperform", "peer perform" oder "underperform", Sektoren mit "overweight", "market weight" oder "underweight" beurteilt.

Diese Veränderungen waren zum Teil bereits angekündigt worden. Andere Banken haben seit Anfang des Jahres ähnliche Schritte unternommen. Einer der Vorreiter war die britische Bank HSBC, bei der seit einigen Monaten vorgeschrieben ist, dass genauso viele negative wie positive Urteile abgegeben werden müssen, und zwar auf der Ebene der einzelnen Aktien ebenso wie bei den Branchen. Morgan Stanley hat seinen Analysten im März neue Vorgaben gemacht. Zurzeit sind gut 20 Prozent der Aktien mit "underweight", also der schlechtesten Note, bewertet. Auch Lehman Brothers hat in diesem Sommer ein neues Bewertungsschema eingeführt.

Zum Teil nutzen die Banken die Umstellung auch, um ganz neue Ratings zu veröffentlichen, ohne auf die alten Einstufungen Bezug zu nehmen. CSFB etwa hat nach Aussage einer Sprecherin 400 Einschätzungen mit der Umstellung völlig neu vorgenommen.

Bisher galten bei vielen Banken praktisch verschobene Maßstäbe: Kaufempfehlungen wurden von den Profis eher als neutrale Einschätzungen angesehen und nur "starke" Kaufempfehlungen Ernst genommen, die Einstufung "neutral" war fast schon eine Verkaufsempfehlung.

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